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ars viva 00/01 - Kunst und Wissenschaft

Ausstellungseröffnung

Hörner/Antlfinger
Christoph Keller
Natascha Sadr Haghighian
Jeanette Schulz
Projektraum im Medienmuseum

Die Ausstellung »ars viva 00/01 - Kunst und Wissenschaft«, in der die diesjährigen FörderpreisträgerInnen des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI e.V. vorgestellt werden, versammelt sehr unterschiedliche Ansätze, mit Methoden und Inhalten verschiedener Bereiche der Wissenschaften umzugehen und das Verhältnis von Kunst und Wissenschaft zu reflektieren.
Die Düsseldorfer Künstler Hörner/Antlfinger untersuchen Prozesse medialen Wandels. Im Mittelpunkt ihrer Analysen stehen Veränderungen des Arbeitsbegriffs und der Kommunikation unter dem Einfluss der Computertechnologie. In ihrer neuesten Arbeit »L'après-midi d'un avatar«, einer Datenprojektion, die das Genre des philosophischen Spaziergangs aufgreift, wandert ein Paar durch eine wüstenartige Landschaft und unterhält sich dabei über die Liebe des Menschen zu Papageien und Computern, das Geldverdienen und den Umgang mit DDR-Kunst. Mit skurrilen Anekdoten und konzentrierten Dialogen entsteht ein differenziertes Bild gesellschaftlicher Veränderungen. Der Berliner Künstler Christoph Keller beschäftigt sich mit Archiven. In seiner Arbeit »Archives as Objects as Monuments« erstellt er ein assoziatives Lexikon, in dem geistesgeschichtliche und ideologische Implikationen des Umgangs mit dem dokumentarischen Bild freigelegt werden. In der Videoarbeit »Retrograd« untersucht Christoph Keller die sich über das gesamte 20. Jahrhundert erstreckende Geschichte des medizinischen Films an der Berliner Klinik und Forschungseinrichtung Charité.
Die künstlerische Praxis von Natascha Sadr Haghighian ist von Ansätzen der Cultural Studies geprägt. Ein wiederkehrendes Prinzip ihrer Arbeiten ist das Einnehmen und Herausheben verschiedener Orte eines Beziehungsgeflechts. Sie zerlegt Bildzusammenhänge, fokussiert einzelne Bestandteile, legt Blickachsen frei und macht dadurch die Bedingungen des Zustandekommens der Bilder sichtbar. In ihrer Arbeit »unternehmen:bermuda«, in der sie die tatsächlich stattgefundene Begegnung mit der Jury des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft fiktionalisiert, verknüpft sie Überlegungen zum historischen Verhältnis von Kunst, Wissenschaft und Macht mit kriminologischen und alchemistischen Strängen.
Jeanette Schulz beschäftigt sich seit 13 Jahren intensiv mit verschiedenen Bereichen der Neurowissenschaften. Im Zentrum ihrer Recherchen stehen Erkenntnisprozesse und Funktionen der Erinnerung. Jeanette Schulz setzt ihre Forschungsergebnisse, die sie unter anderem aus Selbstversuchen bezieht, in Zeichnungen, Comics und »Theoretische Objekte« um. Dabei entwickelt sie für abstrakte Vorstellungsmodelle sehr assoziationsreiche und humorvolle Visualisierungen.

18.05.2001 :: 19:30 Uhr :: ZKM-Projektraum im Medienmuseum :: Eintritt: frei

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