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The Sound of Minimalism II :: DJ Wolfgang Brauneis

Der Kölner DJ Wolfgang Brauneis präsentiert das weite Spektrum der amerikanischen Minimal Music der sechziger Jahre [Steve Reich, Terry Riley, La Monte Young, Tony Conrad] bis hin zu Sounds der neunziger Jahre, die ein neues Aufleben minimaler Klangstrukturen und eine Rezeption der Werke der sechziger Jahre belegen. Dies betrifft besonders den Sektor elektronischer Musik [Arnold Dreyblatt, Jim O' Rourke] bis hin zu Spielarten des Techno [Thomas Brinkmann]. In diesen Zusammenhang gehören auch Produktionen des Frankfurter Electro-Labels Milles Plateaux und von Raster-Musik aus Chemnitz [z. B. Carsten Nicolai]. Klangfläche und Klangwiederholung als Mittel einer bewußten Infragestellung der klassischen westlichen Musiktradition durch die Minimal Music werden dabei in ihren unterschiedlichsten Facetten und Weiterentwicklungen deutlich.

Wolfgang Brauneis [geb. 1971] studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Niederländisch in Regensburg und Köln. Seine Magisterarbeit beschäftigt sich unter anderem mit den Rauminstallationen des Schweizer Künstlers und DJs Christian Marclay als Formen eines multimedialen Cross overs in der Nutzung des klassischen Ausstellungsraumes.
Brauneis, der in Köln für die auf dem Gebiet avantgardistischer Musik renommierte Plattenfirma A-Musik arbeitet, in deren Umkreis das einem größeren Publikum bekannte Elektro-Duo Mouse on Mars entstand, legt seit 1995 in Köln in mehreren Clubs regelmäßig auf [Liquid Sky, Studio 672, Sixpack]. Im Sommer 2000 präsentierte er zusammen mit Frank Dommert [sonig| A-Musik] in der Staatsgalerie Stuttgart anläßlich der Ausstellung »Dieter Roth - Die Haut der Welt« Künstlerplatten der letzten Jahrzehnte. Im Herbst 2000 begleitete er Künstler des amerikanischen Plattenlabels Sigma auf ihrer Europa-Tournee.
Im Juni 2001 wird er bei "Politik der Freundschaft" in der Shedhalle Zürich an den Turntables stehen.
Seit 1999 produziert Wolfgang Brauneis auf seinem Label Tonschacht eine Serie von Vinyl Singles europäischer und US-amerikanischer Musiker, die sich stark auf die Arbeit mit einfachem Sound- und Geräuschmaterial konzentrieren und konventionelle Song-Strukturen auflösen.


25.04.2001 :: 20 Uhr :: Museum für Neue Kunst :: Eintritt: DM 8/5

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