Die Videoarbeiten im Werk von Franz West
von Dr. Ulrike Groos, Galerie Hauser & Wirth, Zürich
Der in Wien lebende und arbeitende Künstler Franz West ist eher durch
seine bizarren Skulpturen und Passstücke, seine geschmiedeten Möbel, die
ironischen Zeichnungen und Collagen als durch seine Videos bekannt.
Dabei beziehen sich schon seine ersten, Anfang der 80er Jahre
entstandenen Videos unmittelbar auf seine Passstücke, jene benutzbaren,
mit bemaltem Pappmaché, Polyester und Gips überzogenen Drahtgerüste, die
der Künstler selbst immer wieder in die Nähe der Psychoanalyse rückt,
indem er sie als Prothesen oder Darstellung von Neurosen bezeichnet.
Eine Neubearbeitung der frühen, zwischen 1986 und 1988 entstandenen
Studien zu Ernster Musik (Aufriss einer Annäherung, 2000) beispielsweise
zeigt Aufnahmen verschiedener Akteure mit Passstücken, die zu
klassischer Musik in einem grotesken Ausdruckstanz die Möglichkeiten
einer Benutzung dieser sperrigen Skulpturen vorführen.
In Zusammenarbeit mit dem Videokünstler Bernhard Riff entstehen vor
allem seit Mitte der 80er Jahre zunehmend Videos, die, im Gegensatz zu
den Anweisungsvideos für Passstücke, den dokumentarischen Videos über
Ausstellungen und den Videos, die Teil eines Environments sind, für sich stehen.
Im Vortrag von Dr. Ulrike Groos, die im letzten Jahr im Rahmen der
Video- und Filmveranstaltungsreihe Drehmomente in der Sammlung Hauser
und Wirth, St.Gallen, Filme und Videos von Franz West und Bernhard Riff
in einem eigens von Franz West ausgestatteten Raum gezeigt hat, wird die
Werkgruppe der Videoarbeiten anhand ausgewählter Beispiele [Mood (1995);
4 Gellert-Lieder (1997); Creativity (1999); A Haute Voix (une étude
phonétique (2000); Aufriss einer Annäherung (2000)] genauer vorgestellt.
08.02.2001 :: 18 Uhr :: ZKM-Vortragssaal :: Eintritt: frei