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Seeing Time

Das ZKM präsentiert mit »Seeing Time« ausgewählte Werke aus der Medienkunstsammlung von Pamela und Richard Kramlich in Kooperation mit dem San Francisco Museum of Modern Art organisiert wurde. Sie gilt weltweit als die grösste private Sammlung von Medienkunst. Die Ausstellung zeigt 30 Film- und Video-Installationen, Videobänder und fotografische Arbeiten. Die Kramlich-Sammlung ist wegen ihrer Konzentration auf Medienkunst und ihrer Qualität weltweit anerkannt. Sie zeigt, dass auch Privatsammler und nicht nur staatliche Kunsteinrichtungen die inhaltlich und technisch schwierige Medienkunst auf höchstem Niveau sammeln können. Die mediale Konstruktion von Wirklichkeit in all ihren Aspekten, vom Geschlecht bis zur Geschichte, steht im Mittelpunkt und wird von einer anthropomorphen Expressivität überlagert.
Bevor die Kramlich-Sammlung in einem eigenen, von den bedeutenden Architekten Herzog & de Meuron gestalteten Museum installiert wird, bietet sich in der Karlsruher Ausstellung, als einziger Station in Europa, die einmalige Möglichkeit, diese Meisterwerke der Medienkunst zu sehen.

Pamela und Richard Kramlich begannen vor sieben Jahren mit Unterstützung von Thea Westreich (Art Advisory Services, New York) den Aufbau ihrer Sammlung mit dem Ankauf einer Video-Installation von Dara Birnbaum. Seitdem haben sie ihre Kollektion auf 145 Arbeiten von über 60 internationalen Künstlern erweitert. Die Sammlung der Kramlichs zeugt von ihrem Engagement für die sich fortwährend weiterentwickelnde Medienkunst und ihrem festen Glauben an das expressive Potenzial der neuen Technologien.

Die Sammlung umspannt den Zeitraum der späten 60er Jahre bis zur Gegenwart und enthält Arbeiten von Pionieren der Film- und Video-Installation wie Vito Acconci, Marcel Broodthaers, James Coleman, Gilbert & George, Dan Graham und Bruce Nauman. Alle diese Künstler haben sich von der Objekt-Produktion entfernt und schufen stattdessen Arbeiten, die Bewegung, Klang und sogar den eigenen Körper als Material integrieren. Viele der frühen Arbeiten, welche die Eigenschaften von Film oder Video als Ausdrucksmittel in ihrer Beziehung zum Körper erforschen, sind stark beeinflusst von den Praktiken der Konzept-Kunst der 60er und 70er Jahre. Eine jüngere Generation internationaler Künstler - unter anderem Eija-Liisa Ahtila, Darren Almond, Matthew Barney, Steve McQueen, Mariko Mori und Thomas Struth - baut auf diesen ästhetischen Grundlagen auf. Sie definieren immer wieder aufs Neue die Beziehung zwischen ihren individuellen Kontexten und den Regeln ihrer künstlerischen Vorgänger. »Seeing Time« präsentiert Arbeiten, die kulturelle Themen der Geschichte, des Gedächtnisses, der Identität sowie des Körpers beschreiben und die versuchen, die kognitiven Prozesse der Wahrnehmung abzubilden.

Die Ausstellung »Seeing Time. Ausgewählte Arbeiten aus der Medienkunstsammlung von Pamela und Richard Kramlich« wurde vom San Francisco Museum of Modern Art in Zusammenarbeit mit Thea Westreich Art Advisory Services, New York organisiert und wird gesponsort von Credit Suisse First Boston und New Enterprises Associates. In Karlsruhe wurde die Ausstellung von der Stiftung Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart (LBBW), Assekuranz Herrmann und von der Gesellschaft zur Förderung der Kunst und Medientechnologie großzügig unterstützt.

Künstler:
Vito Acconci, Eija-Liisa Ahtila, Darren Almond, Matthew Barney, Lothar Baumgarten, Dara Birnbaum, Marcel Broodthaers, Larry Clark, James Coleman, Stan Douglas, Gilbert & George, Dan Graham, Gary Hill, Steve McQueen, Mariko Mori, Reinhard Mucha, Bruce Nauman, Stephanie Smith/Edward Stewart, Thomas Struth/ Klaus vom Bruch, Bill Viola, Jeff Wall, Jane und Louise Wilson

29.11.2000 :: 19 Uhr :: ZKM-Foyer :: Eintritt: frei

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