Nadia Magnenat-Thalmann [CH] :: Virtual Marylin [1994]

Die Genfer Professorin für Informatik Nadia Magnenat-Thalmann zeigt in ihrem Video »Virtual Marilyn«, 1994, wie die Welt von morgen aussehen könnte. Menschliches Fleisch und Blut wird transformiert sein in Bites und Bytes. Die künstlichen Agenten sind perfekte Doppelgänger der menschlichen Spezies, die in dieser Art unsterblich sein wird. So zwinkert die begehrte Marilyn Monroe im Cyberspace frech den Männern hinterher, jung und schön und unverwundbar.
Den Nutzen ihrer Forschungstätigkeit sieht Nadia Magnenat-Thalmann in der erweiterten Erfahrungsmöglichkeit, die dank Simulation den Menschen vor dem Bildschirm eröffnet werden soll. Eine Reise in die Vergangenheit ist ebenso vorstellbar wie die Kontaktaufnahme mit längst Verstorbenen. Wichtig, so berichtet die Wissenschaftlerin, sei ihr die ästhetische Dimension. Daher vermeidet sie es, die am Computer generierten Wesen in Form des gängigen Cyberdesigns zu gestalten, denn sie mag keine Roboter. Die Arbeit von Magnenat-Thalmann befindet sich an der spannenden Grenze zwischen Wissenschaft, Ökonomie und Kunst. In Zukunft wird man vielleicht eine Modenschau im Netz oder ein Theaterstück per »Download« im je individuellen Geschmack zusammenstellen können.

Text: Barbara Könches

Der virtuelle Körper :: der Körper als reines Bild

Linkempfehlung ::

Prof. Dr. Nadia Magnenat - Thalmann, Director, MiraLab at the University of Geneva

  
  Seeing Time
  
  Wichtige Ausstellungen
Januar-März 2001
  
  

 





 
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