Ulrike Rosenbach [D] :: Improvisation Technologies [1999]

Der menschliche Körper existiert nicht nur in seiner individuierten, materiellen Erscheinungsweise, vielmehr beschreiben Mythen und Riten seine phänomenologische Erscheinungsweise, die es uns erst ermöglicht, ihn zu erkennen. Wie eine schematische Ein- und Zuordnung deuten die Mythen den einzelnen Körper als gesellschaftliches Gebilde. Orpheus, der mit Hilfe seines bezaubernden Gesanges die geliebte Eurydike aus dem Totenreich zurückholen wollte, starb auf tragische Weise, indem die ihn begehrenden Thrakerinnen seinen Körper zerrissen.
Durch diesen Akt blinder Eifersucht wurde der Held jedoch mit seiner großen Liebe wieder vereint. Eros und Thanatos, das Spiel zwischen Liebe und Tod ist zugleich körperlicher wie geistiger Natur, verdeutlicht zugleich individuelles Schicksal wie gemeinsame Prädestination, entspricht göttlicher Fügung wie menschlichem Willen. In ihrer Arbeit &raqo;Or - Phelia« übersetzt Ulrike Rosenbach den alten Mythos in die Sprache neuester Kunst. Der Logos, das Wort, erhält seine ursprüngliche Form, das Bild, zurück. Aber es sind nicht länger die starren, stummen Zeugen ikonographischer Überlieferungen, sondern die dynamischen Bilderfolgen einer dreiteiligen Videokomposition, die den Kampf menschlicher Werte in Bezug setzen.

Barbara Könches

Die multiplen Organe :: Rekombinationen des Körpers

Linkempfehlung ::

Im Palast der Neugeborenen KinderAusstellung in der Bundeskunsthalle, 1997
Retrospektive im Alten Rathaus Göttingen, 1998
Lebenslauf

  
  Seeing Time
  
  Wichtige Ausstellungen
Januar-März 2001
  
  

 





 
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