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Sigmar Polke

Werke aus der Sammlung Fröhlich, Stuttgart

Sigmar Polke (geb. 1941) zählt seit Beginn seines Schaffens in den sechziger Jahren zu den zentralen Persönlichkeiten der deutschen Kunst. Zeichnungen, Gemälde und Fotoarbeiten aus der Sammlung Froehlich geben einen tiefen Einblick in die entscheidenden Stationen von Polkes Kunst. Den Schwerpunkt der Ausstellung bilden Werke der sechziger Jahre. Phantasievoll und ironisch ergründet Polke die Möglichkeiten der Wirklichkeitswahrnehmung und wagt auf spielerische Art Neudefinitionen dessen, was ein Bild zu leisten vermag. In der Verwendung profaner Materialien der Alltagskultur und der Übertragung trivialer Bildwelten in den Bereich der Kunst fordert Polke das Kunstverständnis seiner Zeitgenossen heraus. Dabei deutet er nicht die Wirklichkeit, sondern ihre Abbilder und versucht immer wieder auf neue Weise, den Scheincharakter des Bildes aufzuzeigen und zu überwinden.
Stil- und Motivzitaten kommt im Werk Polkes eine wichtige Rolle zu. So bezieht er sich etwa in dem Gemälde »Moderne Kunst« auf die Tendenzen der modernen Malerei. In Bezug auf Zeitungs- und Illustriertenfotos bildet er in anderen Arbeiten das Motiv aus Rasterpunkten. Indem er die Massenmedien auf ihre elementaren Strukturen zurückführt, verweist er auf deren manipulierten Wirklichkeitsgehalt. Auch die comichaft vereinfachte Bildsprache seiner zwischen 1963 und 1969 entstandenen Zeichnungen sind von Werbeslogans und Alltagsklischees der Unterhaltungskultur abgeleitet. Inspirationsquelle bilden darüber hinaus industriell gefertigte Dekorationsstoffe, die Bildgrund und Bildmotiv zugleich sein können und so mit der gemalten Darstellung konkurrieren. In der Erfindung immer neuer Bildformen spielt auch der experimentelle Umgang mit der Fotografie eine wichtige Rolle.
Die Vieldeutigkeit der Werke Polkes, ebenso wie die literarischen, kunsthistorischen und zeitgeschichtlichen Anspielungen, die heiter ironische Distanz und Experimentierfreudigkeit, die Polke gerade auch in der Materialwahl und Technik zeigt, bestimmen die besondere Ausstrahlungskraft seiner Werke.

17.09.2000 - 11.02.2001 :: Museum für Neue Kunst

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