Malcolm McLaren :: The Casino of Authenticity and Karaoke

THE BOY IN THE BLUE LAMÉ SUIT

Eine Kindheitserinnerung scheint mir aus heutiger Sicht der Schlüssel zu meinem ganzen Dasein zu sein: Als ich 10 Jahre alt war, zwang mich meine Großmutter, Charles Dickens zu lesen, und zwar Kopien seiner Originalmanuskripte, besonders »Oliver Twist« Ich wurde gezwungen, all seine handschriftlichen Fehler zu sehen. »Das Problem mit modernen Büchern«, pflegte meine Großmutter zu sagen, »ist, dass man die Handschrift des Autors nicht mehr sieht.« Vielleicht ist dies der Grund für meine Liebe zu Fehlern, zu dem Gefühl, dass es in Ordnung war, Fehler zu machen; ja, dass Fehler ein Gefühl vermitteln, dass da etwas entsteht, und dass das interessanter ist als das fertige Ergebnis. Es entstand eine Liebe zum Schaffensprozess, an die ich glaubte.

  Die Kunstakademie brachte mich dazu, an die Ruinen der Kultur zu glauben, in ihren Trümmern zu leben, mit den Übrigbleibseln der Vergangenheit zu spielen. Das war der Hintergrund zu dem, was sich später als richtiges Rock’n’Roll Outlook etablieren sollte. Die Kunstakademie war der Kleber, der alle verzweifelten Elemente Englands zusammenhielt. William Norris, Oscar Wilde – Kunst um der Kunst willen. Sie waren die ART LUDDITES und stellten die direkte Verbindung zur englischen Rock’n’Roll-Kultur her. Von Carles Dickens zu Jimmy Page und den Small Faces, vom Varieté des 19. Jahrhunderts zu Sergeant Pepper, von einer Gruppe künstlerisch angehauchter Drückeberger zur nächsten, von einem Fagin zu Hunderten von Managern und Unternehmern.

  Mir ist vorgeworfen worden, ein Scharlatan, ein Bauernfänger und außerdem der Hauptverantwortliche dafür zu sein, dass die britische Kultur zu einem reinen Marketing-Phänomen verkam. Stimmt das? Diderot hat behauptet, dass nur Kriminelle und Künstler sich jeder Regel versagen. Für ihn musste der Künstler ein Außenseiter sein, er musste seine eigene Gegen-Welt erfinden.

  Als ich 1970 die Kunstakademie verließ, entschloss ich mich, mir eine Kopie von einem Elvis-Presley-Anzug zu machen, den ich auf einem Plattencover gesehen hatte. Dann begab ich mich in meinem blauen Lamé-Anzug auf die Kings Road in der Hoffnung, dass mich jemand ansprechen würde, sich mir entgegenstellen würde, aber nichts passierte, d.h. nichts bis ich das Ende der Kings Road erreichte. Dann änderte sich mein Leben total. Das ganze `Arts and Crafts´-Vermächtnis von William Morris verschaffte mir einen fantastischen Hintergrund für die Eröffnung eines Ladens, der den Rahmen schaffen würde für alles, was sich gegen die Gesellschaft, gegen das Establishment, gegen die offizielle Kultur und - noch perverser - gegen jeglichen Kommerz richtete. Mein Laden erweckte den Anschein, die Relikte, die Überbleibsel jener authentischen Teile der Kultur zu verkaufen. Ich aber zog es vor, überhaupt nichts zu verkaufen. »Das ist nicht zu verkaufen« war meine Standardantwort für jeden interessierten Kunden, »keine Chance, absolut unverkäuflich.« Dieser Luddite-Laden würde sofort geschlossen werden, sobald er auch nur ansatzweise erfolgreich war. Es ging darum, dem Versagen den Hof zu machen, bloß nicht zum Mainstream zu gehören oder so erfolgreich zu sein wie die Carnaby Street. Versagen sollte in ein romantisches Abenteuer umgemünzt werden.

LET IT ROCK

Gedanklich hatte ich meinen ersten Laden in eine Art von Rock’n’Roll-Garage verwandelt - ‚In the Back Of Paradise Garage’. Innendrin verkaufte ich alte Radios, alte Kleidungsstücke aus den Fünfzigern und eine Jukebox spielte Musik aus jener Zeit. Ungewohnte, vulgäre, rauhe und rüde Songs dröhnten aus den Bässen einer alten Bal-ami Jukebox, die stolz in den Trümmern dieser Oase der Kings Road stand. Es war eine Umgebung, in der man wirklich durchdrehen konnte, und in den siebziger Jahren gab es nichts, was dem Ganzen auch nur annähernd ähnelte. Ich nannte den Laden ‚Let it Rock’, nach einem alten Chuck Berry Song. Als diese authentischen Teile unserer Kultur im Laufe der Zeit anfingen zu verschwinden, musste ich das Ganze irgendwie neu ansetzen.

  Es war ein Ausprobieren der Möglichkeiten ganz in der Tradition des Bricoleur. Ich nahm Fragmente, die gerade zur Hand waren und machte etwas ganz Neues aus ihnen. Das ist seitdem im Prinzip immer wieder der Kern meiner Arbeit gewesen. Ich schaffte Dinge aus Überbleibseln, aus ausgerissenen, pornographischen Bildern aus Zeitschriften, die wir im ‚Let it Rock‘ verkauften, die in Gelatine gepackt und auf T-Shirts genäht wurden, die vorher mit Dreck und Farbe verschmiert worden waren. Aus den Abfallbehältern der nahegelegenen Restaurants holten wir uns Hühnerknochen, die wurden kunstvoll verbunden und dann auf T-Shirts befestigt, wobei sie Worte wie »PERV« oder »ROCK« bildeten. Die T-Shirts jener Zeit liegen jetzt wie getrocknete Schmetterlinge in den Kabinettschränken des Victoria and Albert Museums.

TOO FAST TO LIVE - TO YOUNG TO DIE

»Let it Rock« wurde zu erfolgreich und gemäß unseren eigenen Grundprinzipien blieb uns nur eins übrig – den Laden zu schließen. Wir wollten den Eindruck vermitteln, zu versagen. Wir machten als »Too Fast To Live – Too Young To Die« wieder auf. Meine T-Shirts waren zu meinem Hauptexperimentierfeld geworden und ich verbrachte Stunden mit ihrer Herstellung. Reissverschlüsse wurden offen getragen, damit man eine Brust sah oder eine kleine Tasche oberhalb der Taille für geheime kleine Dinge nicht sah. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass jemand so etwas kaufen würde, aber sie taten es. Sowohl meine Partnerin Vivienne als auch ich liebten diese Dinge und irgendwie veränderten sie unser Verständnis von Mode. Wir interpretierten ihre Rolle neu. Vivienne und ich schafften es, ein brandneues, sauberes weißes T-Shirt in einen schmutzigen Lappen zu verwandeln, ein inakzeptables Stück moderner Mode, das im Laden hing. Das war nicht Mode als Massengut, dies war Mode als Idee. Aber es wurde langweilig und es drängte mich zu einem größeren, dunkleren, stärkeren und noch skandalöseren Statement zu unserer Pop-Kultur. Angeregt durch Rousseaus Anmerkung »Kunst muss gekleidet sein, aber die Wahrheit ist gern nackt«, habe ich meinen Laden noch mal total umgekrempelt.

SEX

Diesmal sah der Laden wie eine Sex-Turnhalle aus. Die Wände waren mit grauen Schwämmen bedeckt, voll mit Graffiti-Zitaten aus den Sex-Novellen von Alexander Trocchi und anderen. Die Bodenbretter waren herausgerissen und wie die Wände einer Schul-Turnhalle wieder aneinandergesetzt. Ich verkaufte nur Dinge aus schwarzem Gummi und Leder; Schwarz war die Farbe des Nihilismus. Es negierte die schmückenden Beiwerke der Mode. Wir schufen untragbare Mode – ärmellose Regenmäntel, Schuluniformen für 11-Jährige, die von 22-Jährigen getragen wurden. Militär- und Schuluniformen wurden in eine andere Welt transferiert. Auf dem Label stand: Sexkleidung aus Gummi – für Schule, Büro oder Disco. Sex plus Mode bedeutet Fetischismus und Fetischismus war in meinen Augen die Verkörperung jeglicher Jugendkultur, der Grat zwischen Leben und Tod. »Sex« wurde zu einem magischen Ort. Die Leute verbrachten Stunden dort. Keiner wollte gehen.

  Es schien ganz natürlich, dass ein Laden, der die Mode der Langeweile auf die Strasse brachte, auch der Ort für ihre Musik sein sollte – die Sex Pistols fingen als Diebe an. Im Alter von 29 Jahren wurde ich ihr Hehler. Sie waren meine Trickbetrüger und ich war ihr Fagin. Ich liebte ihre kriminelle Einstellung. Johnny Rotten wurde mehr oder weniger von der Presse dazu getrieben, der Gruppe vorzuspielen und wurde später Sid Vicious. Ihr Sound war roh und immer an der Grenze zum Kollaps. Er war Chaos, ein herrliches, sexy tödliches Chaos: himmelschreiend und nihilistisch und zur gleichen Zeit grausam kataklysmisch. Die Sex Pistols drückten all das aus, was ich in dem Laden versuchte zu machen. Sie waren gegen die Musik, gegen das Geschäft. Die Band und das große Musikgeschäft sind nie miteinander ausgekommen.

  Die Sex Pistols hatten das Versagen in sich einprogrammiert, als ihr Credo für Abenteuer. Die Sex Pistols als Produkt existierten nicht wirklich, es waren immer nur die Sex Pistols als Idee. Sie waren ein 'Kunstobjekt'. Anstelle von Farbe und Leinwand, Ton oder Bronze benutzte ich lebende Personen. Der Song »Anarchy in the UK« war ein Aufruf zum Aufstand. »Pretty Vacant« wurde zu einem Aufruf für grauslichsten Nihilismus und »God Save The Queen« wurde verkauft als Aufruf zum absoluten Gespött unserer Kultur.

SEDITIONARIES - CLOTHES FOR HEROES

Im »Sex« wurden schlussendlich die Klamotten aus den hinteren Räumen entfernt, die Schwämme von den Wänden gerissen und stattdessen von unten bis oben mit einer Tapete beklebt, die das bombenzerstörte Dresden nach dem Krieg zeigte. Hinten im Laden gab es eine auf dem Kopf stehende Fotografie vom Piccadilly Circus, als ob alles irreparabel durcheinander gewirbelt worden sei. Ich riss Löcher in die Decke, damit das Ganze mehr nach einem Trümmerfeld aussah. Die Theke, auf der die Kasse stand, war ein Käfig. Wir setzten eine Ratte rein. Die Label in den Kleidungsstücken lauteten jetzt: »Für Anarchisten, Soldaten und Prostituierte«.

  Ich brauchte ein paar klassische Hosen zum Verkauf im Laden. Ich verwendete ein schwarzes, glänzendes Gewebe und versuchte den Gedanken des Gefesseltseins in ein im Prinzip militärisches Design einzuarbeiten. Die Idee war, die Beine einer ganzen Generation zusammenzufesseln – es war die perfekte Metapher für eine Generation, die sich eingesperrt fühlte. Die Hosen hatten keinen normalen Reissverschluss, er ging über den Schritt hinaus direkt hinten an der mittleren Naht am Hintern weiter bis hoch zum Bund. Wenn man den aufmachte, fiel die ganze männliche Herrlichkeit heraus. Die Hosen wurde als die 'Bondage Trousers' bekannt.

  »Seditionaries« war unser Versuch einer Ludditen-Fabrik der Mode, ein verrückter Widerspruch, der metaphorische Kleidungsstücke wie die Bondage-Trousers hervorbrachte, um die Einschränkungen der konsumorientierten Mode aufzuzeigen, die überall das Bild beherrschte. Diese Einstellung brach überall durch, war nicht länger nur in den Nebenstraßen anzutreffen und war für einige Zeit dominierender Faktor des Denkens einer ganz neuen Generation. Diese Generation würde sich weigern, jemals wieder zur Normalität zurückzukehren.

WORLD'S END

In den Achtzigern wurden die Aufrührer der Siebziger von Margaret Thatcher, unserer neuen Premierministerin in der Luft zerrissen oder ins Aus geschickt. Die Punkrocker waren zu Hillbillies geworden und wir brauchten Piraten auf der Kings Road, um wieder diesen Funken von Glamour und Abenteuern auszulösen. Piraten waren die ultimativen Bricoleur, vergewaltigend und plündernd, von jeder Kultur klauend und alles bunt durcheinandermischend.

  Der Boden des neuen Ladens war geneigt, so dass man beim Betreten schwindlig wurde oder sogar umfiel, als ob man für immer auf dem offenen Meer wäre. Seine Fassade sah aus wie eine Galeone aus dem 18. Jahrhundert. Ich ließ mir eine riesige Uhr machen – mit 13 Stunden, die Zeiger liefen rückwärts und zogen die Leute zurück in der Zeit. Diese Uhr wurde an der Fassade des Ladens angebracht. In der Mitte der Uhr waren die Worte zu lesen »World’s End«. Das Image des noblen Wilden und Outlaws wie Geronimo der Apachenhäuptling und Kaptain Blackbeard der Pirat machten diesen Laden zu einem romantischen Erfolg. Sie machten das Schlechte zum Guten. Die Labels versetzten dem »Made in England« den Todesstoß und lauteten stattdessen »Born in England«.

  Bow Wow Wow waren die neuen künstlerischen Drückeberger von »World’s End«, wie Hunde, die mit Hilfe der neuesten Technologie bellen, und die Kontrolle von Eltern, Lehrern und Bossen zerstörten. Ihre Texte beschäftigten sich mit der Zerstörung der Arbeitsmoral und priesen das neue Zeitalter des Primitiven. »Go wild in the Country« war das Aufbellen von Bow Wow Wow über Amerikas Verramschen dieses Planeten, sie waren wie ein Riesentruck, der außer Kontrolle auf einen zurast.

NOSTALGIA OF MUD

Schließlich wollte ich einen Laden haben, den man nicht betreten konnte, ohne dass dem Besucher körperlich etwas passierte. Ich wollte einen Laden, der den Eindruck vermittelte, ständig geschlossen zu sein. Ich entschied, den Boden des Ladens ganz entfernen zu lassen und so den Untergrund aus Lehm offenzulegen. Ich wollte alles aufdecken, was es 2 m tiefer gab. Der Laden sollte aussehen wie eine archäologische Ausgrabung, die noch in vollem Gang war. Beim Öffnen der Tür hatte man nur die Möglichkeit, in einen riesigen Trog von Lehm zu springen oder über ein Gerüst runter zu steigen.

  Ich nahm eine Robin Hood Einstellung gegenüber der Mode ein, ich machte Kleider für die Reichen, damit sie arm aussahen, damit die Armen reich aussehen konnten. »Buffalo Gals« war meine Interpretation eines romantischen Landstreichers, der durch London stolzierte. Das wirkliche London lag unterhalb der Straßendecke, das bedeutete »Nostalgia in Mud« für mich. Der Laden wurde schließlich von den Behörden dicht-gemacht, weil sie der Meinung waren, er wäre zu gefährlich.

  Ich hatte das Gefühl, die Musik würde eine größere Story als nur eine neue Gruppe brauchen. Also verließ ich Bow Wow Wow und reiste um die Welt in der Suche nach dem Ethnischen. »Duck Rock« war meine erste musikalische Botschaft, voll mit Zulus, HipHoppern, Hill Toppers und fröhlichen Leuten aus der Dominikanischen Republik. Liebe und Tod in vierzig Minuten wurde meine nächste musikalische Botschaft. Ich wurde zu einem Fan von »Madam Butterfly« und »Carmen«. Ich nagelte die Oper fest und nahm sie mir auf der Straße vor, ich zwang die Straße zu einem Fan von Butterfly und Carmen zu werden und umgekehrt.

  Wenn ich in der Kulturgeschichte überhaupt für irgendetwas verantwortlich bin, dann dafür, dass ich die Prinzipien der Mode auf die Kunst anwandte. Jetzt ist Kunst Mode. Ich habe immer versucht, die Grenzen zwischen hoher Kunst und Subkultur zu durchbrechen, das zusammenbringende Chaos des Lebens durch Unsicherheit zu feiern, ständig die konventionellen Ansichten darüber, was war und was sein konnte, untergrabend. Ich wäre jedoch nie auf die Idee gekommen, dass am Ende alles einfach zu einem Produkt werden würde.

  An Geschichte fasziniert mich, wie sie immer wieder ge- und benutzt wird. Das ist etwas ganz anderes, als etwas einfach neu einzupacken. Es geht hier nicht um Nostalgie, Nostalgie ist totes Gewebe. Es geht hier vielmehr darum, dass Geschichte so eingesetzt wird, dass man sie zurück in die Zukunft umdrehen kann. So wird das Original nicht zerstört, sondern in einen neuen Kontext gesetzt. Ich glaube, wenn man herausfindet, wie man das macht, dann tut man alles, was ein Künstler tun soll.

THE AUTHENTIC AND KARAOKE

Heute ist alles Leben Show Business. Heute ist jeder Teil der Kultur zum 'Home Entertainment' geworden. Hier im 'coolen Britannien’ ist jeder eine Berühmtheit, da die Nation (was immer das sein mag) selbst so ein großer Star ist, dass jeder, der in ihr lebt, implizit auch ein Star ist. Im coolen Britannien kann jeder jeder sein und jeder möchte gemocht werden. Wir leben in einer Karaoke-Welt, einer Welt ohne bestimmten Standpunkt. Karaoke heißt den Mund zu den Songs anderer Leute bewegen, die Texte anderer Leute zu singen. Karaoke ist die amateurhafte Darbietung der Ideen anderer. Es ist das virtuelle Replay von etwas, was schon vorher einmal geschehen ist: eine Art Stellvertreter-Leben, unbelastet von dem chaotischen Prozess der Kreativität und frei von jeglicher Verantwortung über das reale Handeln hinaus.

  Karaoke ist guter, sauberer Spaß für die Kleinfamilie des neuen Jahrtausends, der Soundtrack fürs Leben und ein Spektakel, von dem wir alle ein Teil geworden sind. Wir haben uns nicht nur in die Werbung eingekauft, wir sind die Werbung und wir stehen alle zum Verkauf. In den verkohlten Trümmern und Teilen des Gedächtnisses, die früher einmal als Authentizität hätten bezeichnet werden können, könnte eine neue Kultur entstehen, aber was würde sie bedeuten? Wie würde sie ihre Unabhängigkeit und ihr Recht auf Romantik in einer pragmatischen Welt beanspruchen? Die neue hierfür verantwortliche Generation würde sowohl das anachronistische Vermächtnis der Vergangenheit als auch das proteische Template für die Zukunft darstellen. Sie wären gegen die Informationswelt, sie würden nicht reisen, sie würden überleben, indem sie sich von den Pflanzen in Nachbars Garten ernähren. Sie würden schreien: Kauft nichts; vielleicht hat es schon angefangen.

  Unsere heutige Kultur kann man mit diesen beiden Wörtern zusammenfassen – Authentizität und Karaoke. Das Casino meines Lebens besteht aus Fragmenten, Ruinen, Relikten und Erinnerungen, die in jeder beliebigen Richtung zusammengeworfen werden können, da sich die Achsen von Zeit, Raum und Realität schnell auflösen. Im Casino läuft mein Leben als Glücksspiel ab, eine Karte von Gefühlen und wird so zu meinem Kunstwerk. Mein Leben verkörpert ein Chaos und vielleicht eine Wertlosigkeit, die eher ein rauschendes Versagen als einen wohlwollenden Erfolg hervorbringen.

  
  Seeing Time
  
  Wichtige Ausstellungen
Januar-März 2001
  
  

 





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