Maria Hahnenkamp [A] :: Ohne Titel [1995/99] :: aus der Serie "Rote zusammengenähte Fotoarbeiten" [1993-95]

Wenn man Fotos zerschneidet, zerstückelt, zersägt, dann ist es, als wolle man die Wirklichkeit auslöschen. Das, was als vermeintlich wahr gilt, wird vernichtet. Die Abbildung von Realität, das Referenzsystem der Fotografie, weicht den ästhetischen Kriterien des künstlerischen Diskurses. Maria Hahnenkamp, 1959 im österreichischen Eisenstadt geboren, versucht eine neue Sicht auf die Gender - Debatte zu werfen, indem sie einesteils die erotischen Abbildungen menschlicher Körper zerlegt, diese Schnipsel gleichwohl neu zusammen näht. Was bleibt ist das Zusammentreffen zweier konträrer Klischee - Vorstellungen: zum einen das den patriachalischen Machtstrukturen untergeordnete Bild von Weiblichkeit, das Maria Hahnenkamp mit der drastischen Geste der Zerstörung negiert, zum anderen die versöhnende Gestik des Nähens, der Reparatur. Mit Absicht treffen in diesen Arbeiten Aggression und Milde, Weibliches und Männliches ironisch aufeinander. Die Künstlerin greift zur Stopfnadel, um eine mögliche Neuinterpretation anzufertigen, um gewohnte Vorstellungen zu destruieren und neue Bilder zu formatieren.

Text: Barbara Könches

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