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Siemens - Medienkunstpreis 1993

Preisträgerin 1993 :: Sabine Schäfer
Musikerin und Komponistin (DM 10.000)

*_"Seit Beginn der 80er Jahre ist die elektronische Musik mein Hauptarbeitsmedium. Aus der improvisatorischen und kompositorischen Arbeit heraus entwickelten sich im Laufe der Zeit Vorstellungen für musikalische Kompositionen, die den Parameter "Raum" substantiell einbeziehen. 1989 entstanden die ersten künstlerischen Ideen für Klang-Installationen, die Musik dreidimensional im Raum bewegen würden. Ich initiierte im Jahr darauf ein interdisziplinäres Projekt in den Bereichen Kunst und Medientechnik, an dem ich gemeinsam mit meinem Partner Sukandar Kartadinata, der das Projekt "TopoPhonien" technisch entwickelte, arbeitete.

      Mit den folgenden Texten, Skizzen und Bildern möchte ich die grundsätzlichen Strukturen des Projekts erklären und den topografischen Kontext von Musik bzw. Klang-Installation und Raum darstellen. Dem Entwicklungsvorhaben liegt die künstlerische Idee zugrunde, Musik dreidimensional im Raum zu bewegen. Dieser Ansatz, die Klangbewegung als neu hinzukommenden musikalischen Parameter in die Komposition mit einzubeziehen, hängt mit meinem speziellen Interesse an der elektronischen Musik zusammen. Dazu einige grundsätzliche Bemerkungen zur Musik. Das Medium elektronische Musik, so unterschiedlich die Ausprägungen dieser Kunstrichtung sind, weist bestimmte Charaktereigenschaften auf, die innerhalb der Gattung Musik einzigartig sind.

      Es gibt in der elektronischen Musik eine Trennung zwischen dem Ort der Klangerzeugung und dem Ort des Erklingens. Das Element "Lautsprecher", die "Schallquelle", wirkt vordergründig als "Klangquelle", obwohl die eigentliche Klangerzeugung in einem anderen elektronischen Gerät bzw. Instrument stattfindet. Das gewohnte einem akustischen Instrument eigene Phänomen, daß die Klangerzeugung mit dem Ort des Erklingens zusammenfällt, ist in der elektronischen Musik aufgehoben. In meinen Klang-Installationen ist der Ort des Erklingens ein künstlich erzeugter Hörraum, der durch die Positionierung einer gewissen Anzahl von Lauptsprechern im Raum geschaffen wird. [...]

Auszug aus dem in "Medienkunstpreis 1993" veröffentlichten Aufsatz von Sabine Schäfer TopoPhonien (Hg. Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, Stuttgart 1993) ][

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