Petra Maitz [A/D] :: Aus Nadjas Erbe [1999]

Petra Maitz ist eine Künstlerin, die im digitalen Zeitalter an den traditionellen Techniken, an wahrer Handarbeit, festhält. In ihren Fotomontagen bringt sie Malerei und Fotografie so zusammen, dass daraus eine neue, eine unwirkliche Welt entsteht. Nicht zufällig entdeckt man auf dem Bild »deserted mind on mars« aus der 20-teiligen Reihe »Aus Nadjas Erbe« gehäkelte Objekte, die an Schneckenhäuser erinnern.

Als strickende Avantgardekünstlerin ist die 1962 in Wien geborene Künstlerin bereits bestens bekannt.
Wie man bei Erwähnung des Namens »Lolita« unwillkürlich an Nabokovs gleichnamigen Roman denkt, so fällt einem bei Nadja sofort der französische »Surrealisten - Papst André Breton [1896-1966]« ein. 1928 veröffentlichte Breton den autobiographischen Text »Nadja«, ganz im Sinne des Surrealismus als Protokoll der verborgenen Erinnerungen, als Collage willkürlicher Assoziationen, als Sammlung wahrer Irrationalismen. Die Geschichte handelt von seinen wiederholten Begegnungen mit Nadja in Paris. Beide sind sich fremd und doch vertraut, seltsam nahe und zugleich entfernt. Zum Schluß verlieren sich die Liebenden, und Nadja verzweifelt an der Unmöglichkeit eines »surrealen« Lebens. Bei Petra Maitz findet man ihren »vereinsamten Geist auf dem Mars« wieder, einer unserer Natur ähnlichen Landschaft. Ebenso wie die literarische Protagonistin als Summe unterbewußter Gedanken und willkürlicher Handlungen dargestellt wird, entspringt die Figur auf Petra Maitz Bild den Quellen verdrängter Gedankenströme, die der von den Surrealisten verehrte Freud in seiner Verdrängungslehre behandelt.

Text: Barbara Könches

Die multiplen Organe :: Rekombinationen des Körpers

  
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