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Liquid Perceptron ::

Hans Diebner/ Sven Sahle

Computer-Video-Installation
Galerie K+S :: Linienstraße 156 :: 10115 Berlin

Eröffnung: 01. Februar 2001, 19 Uhr
Dauer: 02. Februar bis 10. März 2001

»Liquid Perceptron« stellt die Simulation eines neuronalen Netzwerkes dar, das wie das menschliche Gehirn durch die externe Realität aktiviert wird.

Das Gehirn ist ein Geflecht aus etwa 10 000 000 000 Neuronen. Es agiert einerseits als "Stimulator", andererseits als "Simulator": Neuronen können durch externe Reize angeregt, d.h. zum Oszillieren gebracht werden. Diese Stimuli werden über Axone und Synapsen an die angekoppelten 'benachbarten' Neuronen weitergeleitet. Das 'globale' Aktionsmuster, das dabei entsteht, repräsentiert unsere Wahrnehmung. Ohne externe Stimuli ist das Gehirn in der Lage, zu simulieren; so etwa beim Träumen. Deprivationsexperimente belegen allerdings, dass eine vollständige Abkopplung von äußeren Reizen nur für kurze Zeit möglich ist, da sonst Nervenzellen Schaden nehmen können. Tatsächlich ist die Wahrnehmung durch ein Wechselspiel von Stimulation und Simulation gekennzeichnet.

»Liquid Perceptron« verbildlicht bestimmte Aspekte der Gehirndynamik, wie etwa die Fähigkeit assoziativen Denkens. Eine Kamera ersetzt hierbei das sensorische Organ Auge. Während sich auf dem projizierten Bild im Leerlauf, d.h. ohne äußere Stimuli, zunehmend flüssigkeitsähnliche Wellenmuster bilden, wird bei Ankoppelung an die externe Welt ein Abbild der Realität emergent. Sobald der Betrachter auf die Bildfläche tritt, entstehen neue Muster, überlagert durch die Eigendynamik des »Liquid Perceptron«.

-> Text: Miriam Bers

Hans H. Diebner ist Leiter des 1999 gegründeten »Instituts für Grundlagenforschung« am ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe.
-> http://diebner.de/
-> http://basic-research.zkm.de

Sven Sahle ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des »Instituts für Grundlagenforschung«.
Der interdisziplinäre Ansatz der beiden Physiker zielt langfristig auf eine mögliche Interaktion zwischen dem menschlichen und dem simulierten Hirn ab.


27. Januar 2001 [3SAT, 19.20 Uhr]: Die Simulation ist Teil des Film-Essays Geht's noch ein bißchen schneller?

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