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Siemens Medienkunstpreis 1995

Preisträger 1995 :: Eckart Stein
Die Jury würdigt mit der Preisvergabe seine Vermittlungsarbeit und kulturpolitische Durchsetzung von Kunst- und Experimentalfilm im öffentlich-rechtlichen Rundfunksystem.

"Liebe Siemens AG,

      undankbar bin ich nicht. Und bei festlichen Anlässen schlechtgelaunte Rechthabereien von sich zu geben, gehört sich auch nicht. Und: Von meinem Deutschlehrer habe ich gelernt, daß man mit Metaphern und Zitaten sparsam umgeht. Von wegen!

      Dies Forum will ich nutzen, um gemeinsam mit Ihnen über Nischen nachzudenken. Das Risiko der Selbstzerstörung ziviler Verhältnisse war noch nie so groß. Einerseits. O.K. Andererseits Marken, Mythen, Macher. Die 3M-Regel. Seiltanzend auf der Sinnsuche bin ich Erlebniskonzepten begegnet und Schlüsselbildern.

      Ich zitiere: Erlebniskonzepte verankern Marken. Als einer der engsten Mitarbeiter der Markenkoryphäe Prof. Kroeber-Riel folgt Dozent Dr. Franz Rudolf Esch seinem Mentor und dessen Vorstellungen von erfolgreicher Markenkommunikation konsequent: "Bilderwelten müssen Erlebniswerte für Marken stimulieren und penetrieren." Seine Folgerungen für die Praxis der Markenführung leitet er aus der Verhaltensforschung ab [...].

      Er sagt: "Zur Schaffung und Erhaltung eines Markenwertes gewinnt auf gesättigten Märkten die Kommunikation an Bedeutung. Bei funktional austauschbaren Angeboten wird der Produktwettbewerb durch einen Kommunikationswettbewerb ersetzt. Da sachliche Eigenschaften kaum noch eine Abgrenzung von der Konkurrenz ermöglichen, wird der Aufbau einer spezifischen Erlebniskompetenz zur vorrangigen Managementaufgabe."

      Wie komme ich dagegen an bei funktional nicht austauschbaren Angeboten, den Kleinen Fernsehspielen? Vielleicht hilft die Einfachheit. Professor Vilim Vasata hat sich mit dem Erlebniswert von Marken kritisch auseinandergesetzt und kommt zu dem Ergebnis: "Einfachheit ist ein glänzendes Heilmittel". Einfachheitshalber zitiere ich ein Beispiel seiner unbarmherzigen Vereinfachung: "There is no objective reality. Es gibt keine objektive Realität. There are no facts. Es gibt keine Fakten. There are no best products. Es gibt keine besten Produkte." Es gibt: Marken, Mythen, Macher. [...]"

Auszug aus dem in "Medienkunstpreis 1995" veröffentlichen Aufsatz von Eckart Stein "Der Markt ist die Botschaft" (Hg. Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, 1995) ][

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