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ZKM_Ausstellungen

Meisterwerke der Medienkunst aus der ZKM_Sammlung

Erdgeschoss der Lichthöfe 8 + 9
ab 19.09.2004

Ausstellung
Künstler/Werke
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Marie-Jo Lafontaine : »Les Larmes d'Acier« [1987]
Video/Audioinstallation

Zentrales Element des Werks der belgischen Künstlerin Marie-Jo Lafontaine [*1950, Antwerpen] ist die Auseinandersetzung mit Aspekten der menschlichen Existenz, die sie mit einer bezwingenden Bildsprache kraftvoll inszeniert. Die Videoskulptur »Les Larmes d’Acier« aus dem Jahr 1987 lässt den Betrachter vor eine monumental angelegte, altargleiche Holzarchitektur treten. Auf 27 Monitoren wird eine Kamerafahrt über die Bewegung der Muskeln während des Krafttrainings mehrerer Athleten wiedergegeben, deren Gesichter eine deutliche Anspannung bis hin zum Schmerz aufweisen. Durch die musikalische Begleitung der von Maria Callas eindringlich intonierten Bellini-Oper »Casta Diva« erfährt dieser Kampf gegen physische Grenzen eine Synchronisation mit dramatischen Höhepunkten in der Musik. Mann, Macht, Maschine, Ekstase, Sexualität, Kampf - »Les Larmes d’Acier [Tränen aus Stahl]« steht für die motivische Thematisierung des Dualismus von Schmerz und Lust, Agonie und Ekstase, Leid und Leidenschaft, Schrecken und Schönheit.
Text: Heike Borowski

Biographie

* 1950 in Antwerpen [B]

Marie-Jo Lafontaine studierte von 1975 bis 1977 an der Ecole Nationale Supérieure d‘Architecture et des Arts Visuels in Brüssel. 1977 erhielt sie den Prix de la Jeune Peinture Belge, 1979 den Prix de la Critique in Antwerpen. Seit 1980 begann Marie-Jo Lafontaine Video in ihre Skulpturen und Environments einzubeziehen. 1981 wurde sie mit dem Grand Prix de la Littérature Argielienne de Pierre Restany, im Jahr darauf mit dem Meatball Video-Preis ausgezeichnet. 1985 erhielt sie ein Stipendium des Institute of Arts and Humanities in Boston. 1986 vergab das französische Ministerium für Kultur das FIACREStipendium an Marie-Jo Lafontaine. 1990 lehrte sie als Gastprofessorin an der Sommerakademie in Salzburg, Österreich. Ab 1992 war sie Professorin für Skulptur und Multimedia an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Die Werke Marie-Jo Lafontaines wurden in zahlreichen Ausstellungen präsentiert, u.a. auf der 11. Biennale de Paris 1980; auf der Documenta 8 in Kassel 1987; in der Fruitmarket Gallery in Edinburgh 1989 und in der Whitechapel Art Gallery in London 1989.

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Marie-Jo Lafontaine: »Les Larmes d'Acier«, 1987, 6-Kanal Video-, 2-Kanal Audioinstallation, 380 x 753 x 210 cm, Land Baden-Württemberg, Dauerleihgabe an das ZKM
© Marie-Jo Lafontaine

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