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ZKM_Ausstellungen

Meisterwerke der Medienkunst aus der ZKM_Sammlung

Erdgeschoss der Lichthöfe 8 + 9
ab 19.09.2004

Ausstellung
Künstler/Werke
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Ingo Günther : »Im Bereich der West-Wind-Welt« [1991]
2-Kanal Videoinstallation

Ingo Günthers Installation »Im Bereich der West-Wind-Welt« aus dem Jahr 1991 erscheint wie eine Momentaufnahme der neuen weltpolitischen Lage Anfang der 90er Jahre, kurz nach Ende des Kalten Krieges. Zwei auf Vollmast gehisste Flaggen werden durch den Wind zweier Ventilatoren so bewegt, dass sie scheinbar aufeinander zuwehen. Die weißen Stoffbanner dienen dabei als Projektionsfläche für Videobilder. Auf der linken Fahne taucht die US-amerikanische Flagge auf, die von Aufnahmen aus dem Weltall und Bildern von Kampfflugzeugen überlagert wird. Die rechte Flagge dient als Hintergrund für das sowjetische Staatsbanner mit Hammer und Sichel, darüber erscheint das Porträt von Michael Gorbatschows, dem Initiator der Perestrojka-Ära. Die wehenden Fahnen sind Zeichen nationaler Identität der beiden Großmächte USA und UdSSR und zugleich Repräsentanten zweier unterschiedlicher politischer Systeme, die sich im Kalten Krieg feindlich gegenüberstanden. Indem Ingo Günther in seiner Arbeit die beiden Fahnen aufeinander zuwehen lässt, reagiert er auf das Ende der Konfrontation beider Machtblöcke.
Text: Evelyn Edtmaier

Biographie

* 1957 Bad Eilsen bei Hannover [D]

Ingo Günther besuchte 1977 die Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt [Ethnologie und Kulturanthropologie] und von 1978 bis 1983 die Kunstakademie Düsseldorf, wo er bei Fritz Schwegler Malerei, bei Günther Uecker Bildhauerei und bei Nam June Paik Video studierte. 1983 war er Meisterschüler bei Paik; im selben Jahr erhielt er das P.S.1 Stipendium in New York sowie ein Stipendium des Westfälischen Kunstvereins, Münster. Im Jahr darauf kam er als DAAD-Stipendiat erneut in die USA. 1987 war Ingo Günther Stipendiat des Kunstfonds Bonn sowie Artist in Residence am San Francisco Art Institute. 1988 erhielt er den Kunstpreis Glockengasse, Köln, im gleichen Jahr den Preis des Kulturkreises des Bundes der Deutschen Industrie sowie 1997 den Siemenskunstpreis des ZKM. 1990 gründete Ingo Günther den unabhängigen Fernsehsender Kanal X in Leipzig. Von 1990 bis 1994 hatte er eine Professor an der Kunsthochschule für Medien, Köln inne.
Ingo Günthers Werk war bereits auf der Biennale in Venedig, auf der Documenta Kassel, auf der Ars Electronica in Linz, auf der Fukui Biennale in Japan sowie auf der MultiMediale im ZKM zu sehen.

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