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ZKM_Ausstellungen

Meisterwerke der Medienkunst aus der ZKM_Sammlung

Erdgeschoss der Lichthöfe 8 + 9
ab 19.09.2004

Ausstellung
Künstler/Werke
Besucherinfo

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Pierre Dutilleux/ Christian Müller-Tomfelde/ Frank den Oudsten : »Architektur Musik Labor [AML]« [1997]
Interaktive Musik-Installation

Das Orgelkonzert in der Kirche, die Orchesteraufführung in der Konzerthalle oder der Vortrag in der Aula - die Räume verändern den Klang dessen, was in ihnen gespielt oder gesprochen wird. Dass jeder Raum scheinbar selbst klingt, hat große Bedeutung in der sinnlichen Wahrnehmung des Menschen: Wir erfassen unbewusst die Größe eines Raumes, indem wir die kleinen Zeitdifferenzen wahrnehmen, die zwischen dem auf unser Ohr treffenden Ton und den von den Wänden reflektierten Klängen liegen. In dem ArchitekturMusik Labor, das das Institut für Musik und Akustik für das Medienmuseum entwickelte, können die Besucher ihr Ohr schulen und die akustischen Eigenschaften von Räumen sinnlich erfahren.

Wie etwa hört sich die Musik der Beatles im Keller, in der Kirche oder im heimischen Wohnzimmer an? Virtuell wird möglich, was sonst unmöglich ist: der direkte Vergleich zwischen mehreren Räumen, die mit ein und derselben Musik beschallt werden. Es gibt ganz alltägliche Räume wie das Badezimmer, den Konzertsaal oder die Bahnhofshalle, aber auch streng geometrische Körper wie Kubus, Rohr und Kugel. Musik erklingt, es wird geredet, einfache Geräusche sind zu vernehmen, und jedes Mal ist die Wahrnehmung eine andere.

Für die Installation wurde ein synthetisches Hallprogramm verwendet, das die Akustik eines Raumes sozusagen imitiert. Es wurde am Pariser IRCAM [Institut de Recherche et Coordination Acoustique/Musique] entwickelt und geht über die üblichen Standardprogramme, etwa für Musikstudios, hinaus. So können damit zum Beispiel Klänge in Echtzeit im virtuellen Raum bewegt werden. Außerdem ist die stereophone Wiedergabe per Kopfhörer möglich.

Pierre Dutilleux [Biographie]

* 1960 Gouvieux, Oise [F]

1983 Dipl. Ing. für Energietechnik, École Supérieure des Technique Industrielles et des Mines de Douai [ENSTIMD], Douai
1985 Dipl. Ing. für Elektronik und Signalverarbeitung, École Nationale Supérieure d'Electronique et de Radioélectricité de Grenoble - Institut National Polytechnique de Grenoble [ENSERG-INPG], Grenoble
1985-88 Ingenieur, Spezialist für Syter [Système Temps Réel], Firma DIGILOG, Aix-en-Provence
1991 Dr. Ing. für Akustik und Schwingungsdynamik, Université d'Aix-Marseille II, Marseille
1991-2000 Mitarbeiter am ZKM Institut für Musik und Akustik

Christian Müller-Tomfelde [Biographie]

* 1965 in Hamburg [D]

Sein Interesse für Sound, Synthesizer und Computertechnologie führte Christian Müller-Tomfelde zum Studium der Nachrichtentechnik an den Universitäten Darmstadt und Hamburg-Harbug. Seine Diplomarbeit erarbeitete er in Zusammenarbeit mit dem Institut für Musik und Akustik des ZKM; in einem Projekt mit dem Tuba Spieler Melvyn Poore untersuchte er Möglichkeiten der Tonhöhenschätzung tieffrequenter Tubatöne und entwickelte ein System zum Echtzeit-Pitchtracking [Informationen hierzu als .pdf]. Im Anschluss daran betreute er wissenschaftlich die Entwicklung des Architecture-Music-Laboratory [AML] und war für die technische Realisierung der Installation verantwortlich. Seit 1997 arbeitete Christian als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am GMD-IPSI mit Bereich Ambiente »Workspace of the Future« in Darmstadt [jetzt Fraunhofer-IPSI]. Am IPSI war er massgeblich am Erfolg des i-LAND Projektes und an der Entwicklung der Roomware Komponenten beteiligt. In seiner Dissertation erforschte er neue Formen des Audio Feedbacks für kooperative hybriden Arbeitsumgebungen. Derzeit arbeitet Christian Müller-Tomfelde am CSIRO-ICT Centre in Sydney, Australien und beschäftigt sich u.a. mit Human-Computer-Interaction [HCI] in virtuellen haptischen Umgebungen. Er ist aktiv in den Forschungsbereichen HCI, Auditory Displays, Digitale Audiosignalverarbeitung, Computer Supported Cooperative Work und Computer-Assisted-Training [s. www.ict.csiro.au/].

Frank den Oudsten [Biographie]

* 1949 in Streefkerk [NL]

1968-73 Studium der Elektrotechnik und Physik in Utrecht, Forschungsprojekt Analyse und Synthese vom Klang am Institut für Sonologie
1974-77 Studium der Fotografie sowie Teilnahme an Film- und Video-Workshops [u.a. bei Cineasten Frans Zwartjes]
1987-91 Leitung des experimentellen Projektes »Museum und Medium« der Camini Foundation, AmsterdamFrank den Oudsten 1992-1997 Art Director/Ausstellungskonzeption des ZKM_Medienmuseum
Frank den Oudsten lebt und arbeitet in Amsterdam [NL].

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Pierre Dutilleux/ Christian Müller-Tomfelde/ Frank den Oudsten: »Architektur Musik Labor [AML]«, 1997, Raum-, Klanginstallation, 506 x 605 cm, ZKM_Medienmuseum
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