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robotlab

Matthias Gommel - Martina Haitz - Jan Zappe

Im Zentrum der Aktivitäten von robotlab steht die Arbeit mit Industrierobotern im öffentlichen Raum. Die Künstlergruppe wurde Anfang 2000 von Matthias Gommel, Martina Haitz und Jan Zappe gegründet und präsentiert sich mit Experimentierstationen, Performances und Installationen, die vielschichtige Aspekte von Mensch-Maschine-Beziehungen erforschen.

Die besonderen Bewegungseigenschaften der Roboter und die computerbasierte Steuerung geben die Möglichkeit digitale Codes in vielfältiger Weise im realen Raum darzustellen. robotlab läßt diese sonst im industriellen Umfeld situierten Maschinen innerhalb des Kunstkontextes in verschiedene Bereiche wie beispielsweise Musik, Tanz und Wissenschaft eindringen. Die seriell gefertigten Industrieroboter stehen als Repräsentanten einer möglichen Roboterkultur, in der die Maschinen als Alltagsprodukte unsere Lebenswelt mitbestimmen.

Das aktuelle Projekt der Gruppe ist juke_bots. Die Roboter-Sound-Installation ist vom Samstag, den 27.07. bis Sonntag, den 04.08.2002 im ZKM_Medientheater zu sehen. Dieser Zeitraum umschließt auch die Karlsruher Museumsnacht, in der vom 03. auf den 04. August alle Karlsruher Museen von 18 bis 2 Uhr geöffnet haben.

[robotlab sind derzeit Gastkünstler bzw. Gastwissenschaftler am ZKM_Instiut für Bildmedien.]

- > Homepage : http://www.robotlab.de/

juke_bots

Roboter-Sound-Installation und Performance

Der DJ als neuer Künstlertypus des ausgehenden 20. Jahrhunderts wird möglicherweise auch noch eine Weile im 21. Jahrhundert seine Position im kreativen Business behaupten können. Doch letztendlich bedient er sich Maschinen, die ihrerseits Töne reproduzieren, die wiederum zum größten Teil auf Maschinen vorproduziert sind. Die individuelle, kreative Arbeit des DJs verblasst so möglicherweise zur reinen Behauptung. Mehr noch, Digitalisierung und User-freundliche Software bedingen eine Inflation der musikalischen Kreativität der Masse, die den DJ-Mythos zusätzlich unterhöhlt.

Eine Situation also, die künstlerische Reaktionen provoziert und in den vergangenen Jahren sowohl unterschiedlichste künstlerische Programme zur Sound-Generierung als auch DJ-Roboter, wie zum Beispiel den DJ-I-Robot von Chris Csikszentmihályi, hervorgebracht hat. Bei den juke_bots nun übernehmen zwei Knickarmroboter die Rolle eines DJs. Sie greifen mit der ihnen eigenen Präzision aus den sie umgebenden Schallplatten jeweils eine und erzeugen im Spiel miteinander durch das Ausführen von verschiedenen Scratchmodi immer neue Soundkompositionen.

Dabei übt die räumliche Präsenz der beiden Maschinen und die Schönheit ihrer zum Teil synchron getakteten, punktgenauen Bewegungen eine seit Fritz Langs Metropolis immer wieder beschworene Faszination aus, die im Kontrast zur Wahrnehmung virtueller Datenräume steht und das Verlangen nach Interaktivität in enge Grenzen verweist. Insofern funktionieren die juke_bots auch oder gerade als reine Performance, die ein im voraus programmiertes Set ausführen.

- > Weiterführende Informationen zu juke_bots

° Weitere Projekte und Präsentationen 2002 [Auswahl] ::

05. - 24.02.2002 ::
»transmediale.02« , Haus der Kulturen der Welt, Berlin [D]

11./12.10.2002 ::
»zone« [Mensch-Maschine-Tanzperformance], Sidance Dance Festival, Korea

11/2002 ::
»juke_bots«, elektra - Festival, Montreal [CDN]

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