Circles °3
  Los Angeles :: Silverlake Crossings


Künstlerbiographien ::

Andy Alexander (*1974) gehört zur jüngsten Künstlergeneration von Los Angeles. Seit einigen Jahren beschäftigt er sich mit umfangreichen Recherchen zur Ästhetik von Science-Fiction und Technokultur, die in aufwendig konstruierten Skulpturen, unter Verwendung einer Vielzahl von modernen Materialien, ihre Form finden.

Christiana Glidden (*1969) hat seit ihrem Abschluß am Pasadena Art Center einen erstaunlich singulären Weg innerhalb der amerikanischen Kunstszene eingeschlagen. Mit mythologischen, kunsthistorischen und okkulten Elementen versetzt, entwickelt sie narrative Raum-Installationen unter Zuhilfenahme einer ganzen Bandbreite von Medien (Video, Zeichnung, gefundene Objekte, Fotografie), deren Schwerpunkte aber immer malerische Handlungen - oder in den Worten der Künstlerin: "actionist paint installations" - bleiben.

Jennifer Lane (*1972) ist Filmemacherin und bildende Künstlerin. Der von der Künstlerin 1999 produzierte und erstmals im Mai 2000 in einem Filmtheater in Pasadena gezeigte 35mm-Film "Begin Again at Zero" reflektiert im Stil einer "Science-Fiction Meditation" die Beziehungen zwischen Weiblichkeit, Natur und Technologie. Die Inspiration durch Stanley Kubricks Meisterwerk "2001: A Space Odyssey" resultiert in einer Stilmischung mit Fragmenten aus zeitgenössischen Werbespots, Softcore-Pornos und Science-Fiction-Fernsehserien.

Jon Pylypchuk (*1972) wurde aufgrund seiner verspielten, ironischen und humorvoll-hintergründigen Zeichnungen, Gemälde und Collage auch unter dem Pseudonym "Rudy Bust" bekannt. Seine ersten Ausstellungen bestritt er mit Plastiktüten voller kleinformatiger Collagen, mit denen er in den monströsen Alltag allerlei seltsamer Lebensformen aus Leim, Stoffresten und gezeichneten Elementen einführt und diesen durch Textfragmente kommentiert. In der Ausstellung wird eine im Sommer 2000 in Berlin entstandene Serie von Gemälden präsentiert.

Frances Stark hat mit der Veröffentlichung des Erzählbandes "The Architect and the Housewife" (Bookworks, London 1999) weltweit für grenzenlose Begeisterung über die gelungene Kombination von künstlerischer und literarischer Arbeitsweise gesorgt. Sie schreibt regelmäßig für ihre eigene Kolumne in "Art+Text" und gehört zu den arrivierten KünstlerInnen der aktuellen Kunstszene in Los Angeles. Ihre bildnerischen Arbeiten - Gemälde, Zeichnungen und Collagen, die jeweils das Verhältnis von sprachlichen, literarischen Zeichen und malerischen Konzeptionen untersuchen - waren in diesem Jahr schon bei Daniel Buchholz in Köln zu sehen und werden derzeit in einer umfangreicheren Ausstellung im Münchner Kunstverein gezeigt.

Eric Wesley (*1973) gehört ebenfalls zur jüngsten Garde der Los Angeles-Kunstszene. Seine künstlerische Arbeitsweise beinhaltet als durchgängigen Grundzug eine jeweils selbst auferlegte Aufgabe, die es im Sinne einer "Mutprobe" zu erfüllen gilt; so z.B. eine Ein-Mann-Expedition nach Alaska (in einem selbstgebauten Camper) oder die illegale Durchquerung des Silverlake-Trinkwasser-Reservoirs in Los Angeles. Seine "interaktive" Skulptur "Kicking Ass", ein lebensgroßer Esel, der nach der Betätigung eines Seilzugs nach hinten ausschlägt, wurde im Frühjahr 2000 in seiner zweiten Einzelausstellung bei "China Art Objects" gezeigt und hat dort für große Begeisterung gesorgt. Der Esel wird in Circles °3/ Intro erstmals außerhalb von Los Angeles zu sehen sein.

Pae White (*1963) hat sich durch die Gestaltung von vielen internationalen Buch- und Katalogprojekten (u.a. für Jorge Pardo und Tobias Rehberger) eine hervorragende Reputation als Designerin erarbeitet. Auch ihre künstlerischen Arbeiten verbinden Elemente des Grafik-Designs mit konzeptuellen Ansätzen, wie z.B. im Rahmen einer Serie von sorgfältig eingefärbten Spinnenweben auf computergenerierten Farbverläufen. Pae Whites Markenzeichen sind allerdings die "Mobiles", höchst fragile Rauminstallationen mit diversen hängenden Elementen aus Leder, Stoff, Papier oder auch Schlangenhaut.

Michael Stevenson brachte im Frühjahr 2000 eine Los Angeles-Version seiner berühmten "Slave Pianos" (mit Musik u.a. von Stephen Prina) bei "China Art Objects" zur Aufführung und bildet als neuseeländischer Künstler - gemeinsam mit seinem Freund Giovanni Intra - die wohl wichtigste Verbindung zwischen der amerikanischen Westküste und dem fünften Kontinent. Im Rahmen von Circles °3/ Intro gibt Stevenson Einblick in sein neuestes Projekt: eine künstlerische Aufarbeitung einer nur wenig bekannten Reise Jörg Immendorffs nach Neuseeland - dem ersten europäischen Künstler seit Gaugin, der Neuseeland für längere Zeit besuchte -, und stellt damit die Verknüpfung zu seinem eigenen Aufenthalt in Deutschland her.