Massimo Kaufmann [I] :: Rime sparse [1997]

Massimo Kaufmann, 1963 in Mailand geboren, führt in einer konventionellen, klassischen Skulptur aus Bronze vor, welche Einflüsse virtuelle Realität, Cyberspace und digitaler Imperialismus auf den Körper nehmen. Das Informationszeitalter ist dadurch gekennzeichnet, dass Raum- und Zeitdimensionen gesprengt werden. Die von der Leiblichkeit sinnlich erfahrbare Um-Welt verschwindet, Koordination mißlingt. Zwischen hier und jetzt entsteht ein Un-Ort, eine Unsicherheit, eine Orientierungslosigkeit.
Die Augen verschlossen dämmert der Homo sapiens seinem Ende entgegen. Ein letztes Mal versucht er die Wirklichkeit zu erfassen, aber die Hand als das ihm angeborene Sensorium erweist sich als zu schwach für die neue Aufgabe. Die Buchstaben des Körpers haben sich noch nicht zu einem neuen Anagramm geformt, sie liegen wie »verstreute Verse« am Boden.
Text: Barbara Könches

Die Organe des Körpers als Buchstaben :: Vereinzelung