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Eine Videoinstallation von Julian Rosefeldt & Piero Steinle

*_Die monumentale Videoarchitektur der Installation verbindet Mediengeschichte und Medieninszenierung: Die beiden Münchener Künstler präsentieren ein typologisch arrangiertes Archiv deutscher Fernsehnachrichten aus drei Jahrzehnten als Zeitspiegel und eindrückliches Raum-, Klang- und Bilderlebnis.

Eine ganzen Lichthof, einen riesigen abgedunkelten Raum, füllen die Künstler mit Bildern und Originaltönen. Die Besucher finden sich zwischen zwei Großleinwänden wieder, von denen Dagmar Berghoff, Karl-Heinz Köpcke oder Hans-Dieter Lange von der Aktuellen Kamera er DDR die Nachrichten verlesen. Aus zahlreichen Lautsprechern quillt ein dichtes Netz aus Texten und Geräuschen und umgibt den Besucher als Klangraum.

Mit endlosen reihen von immer gleichen Berichten enthüllen Steinle und Rosefeldt die Formen der Inszenierung, die Stereotypen der medialen Präsentation hinter den einzelnen Ereignissen. im Mittelpunkt stehen dabei die immer wiederkehrenden Meldungen über Ferienstaus, Staatsbesuche, Lottozahlen, Wetterberichte und Nachrufe. Grundstruktur ist die Repetition und dramatische Steigerung. Die formalen Mittel einer telegenen Aufbereitung werden als analytisches Instrument auf sich selbst gerichtet. In der monumentalen räumlichen Installation bekommt die Auseinandersetzung mit der medialen Ästhetik des ehrwürdigen Leitmediums Fernsehen eine neue, sinnliche Dramaturgie.

Seit ihren Anfängen in den sechziger Jahren gehört die Auseinandersetzung mit dem Medium Fernsehen zum zentralen Thema der Medienkunst. news stellt eine Brücke her zwischen er »klassischen« Gattung Videokunst und den virtuellen Welten interaktiver Installationen in der aktuellen Medienkunst. Es entsteht zugleich auch ein Beitrag zur Mediengeschichte der beiden deutschen Staaten, ein Ost-West-Vergleich medialer Wirklichkeitsvermittlung. In der Gegenüberstellung von privaten und öffentlich-rechtlichen Nachrichten rücken außerdem Veränderungen der Präsentationsformen in den Blick.][

Piero Steinle [geb. 1959] und Julian Rosefeldt [geb. 1965] verbinden in ihren Werken die nüchtern dokumentarische Arbeitsweise eines analytischen Archivierens mit faszinierenden, stets räumlichen Inszenierungen. Sie sind vor allem mit »Detonation Deutschland« [1996] und »Unbekannte Kathedralen - Leerräume der Großstadt« [1995] bekannt geworden.

Literaturhinweise ::
NEWS: Videoinstallation von Julian Rosefeldt & Piero Steinle; Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, 14. Juli - 12. August 1998 [mit Beiträgen von Egbert Knobloch, Doris Krystof, Julian Rosefeldt, Reinhard Spieler, Piero Steinle und Paul Virilio]. Heidelberg: Kehrer| Düsseldorf: Kusntsammlung Nordrhein-Westfalen,1998 [Akustik-CD, Buch]

Abteilung
Museum für Neue Kunst | ZKM

Datum
18.11. 1998

Ende
06.01.1999

Orte
MNK | ZKM; Lichthof 4

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