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21. Christoph Keller, Encyclopaedia Cinematographica, 2001
Christoph Keller zeigt in seiner Arbeit eine Geschichte des wissenschaftlichen Bildes. Er greift dabei auf die Materialien eines Filmprojektes aus den 50er Jahren zurück, das am Institut für wissenschaftlichen Film in Göttingen (IWF) ins Leben gerufen wurde. Bei dem Vorhaben planten die Initiatoren in ihren meist zweiminütigen Filmen (rund 4000 sind heute noch archiviert), die gesamte bewegte Welt zu erfassen. Christoph Keller suchte 40 Bewegungszyklen, aus und isolierte die kleinstmögliche Bewegungseinheit, die dann zu einem Loop (dt. Schleife) zusammengesetzt wurde. Durch die Auswahl der extrem kurzen Sequenzen ergibt sich eine Zuspitzung von Bewegung. [Carmen Beckenbach]

   
  22. A.P. Komen / Karen Murphy A SOFT WHISPER, 1999
Bei dem Werk von Komen und Murphy bildet die Kombination einer Videoprojektion mit 15 Einzelbilder die Grundlage für die Rauminstallation A SOFT WHISPER. Zu der Musik von Buena Vista Social Club folgt man scheinbar den Irrungen und Wirrungen eines Liebespaares. Bild, Bildunterschriften, Kommentare aus dem Off und die Videobilder dokumentieren die Liebesleiden auf unterschiedlichen Ebenen. Am Ende zeigt sich, dass sich die beiden Protagonisten weder kennen noch jemals ein Paar gewesen sind – der scheinbaren Narration wird der Boden entzogen. [Carmen Beckenbach]

   
  23. Holger Lippmann, POPULAR ANIMATIONS 4 ELECTRONIC MUSIC, 2001/02
Seit Ende der 90er Jahre entwickelt sich eine eigene Bildkultur in der Clublandschaft. Ein wilder Bilder-Mix gibt der Musik, sei es nun Drum ‘n Bass, Dancefloor oder House den entscheidenden Extra-Kick. Video-Jockeys lassen die Massen in Clubs und Diskotheken erst richtig tanzen. Diese einhüllende Art von Video vereinigt ausgewählte visuelle Eindrücke, elektronische Kunst und Popmusik-Kultur zu einem anspruchsvollen Stück zeitgenössischer Medien-Kunst. Dabei werden keine Geschichten erzählt, vielmehr gehen manipulierte Bildsequenzen in Kombination mit einer rhythmisch abstrakten Geräuschkulisse eine besondere Verbindung ein. Mit dem Internetprojekt POPULAR von Holger Lippmann bietet sich die Möglichkeit 36 animierte Clubvideos aus dem Internet zu laden und in die Clubs zu projizieren. Bilder können hierbei live vor Ort gemixt werden. Dabei reichen die minimalistischen Clips von geometrischen Kompositionen und Symbolen bis hin zu animierten Grafiken, die zu der jeweiligen Musik korrespondieren. [Carmen Beckenbach]

   
  24. Liisa Lounila, POPCORN, 2001
Mit einer selbst angefertigten Lochkamera, die gleichzeitig 528 Einzelbilder belichtet, gelingt es Liisa Lounila in einer befremdenden Art, den Bildern das Laufen beizubringen. Hintereinander gestellt wirken die Einzelaufnahmen wie eine Filmsequenz, in der die Protagonisten wie in einer Bewegung erstarrt sind. Die Zeitachse des Fotos (simultan) wird zur Raumachse des Films (sukzessiv), und vice versa, die Raumachse der Lochkamera wird in dem Film zur Zeitachse. [Barbara Könches]
   
  25. maschek (Ulrich Salamun / Robert Stachel / Peter Hörmanseder), der graue star II – die wehrmacht, 2001
Es ist das „bloße Meinen", dem maschek zur Sprache verhelfen will. „Found Footage" aus den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts bildet das Ausgangsmaterial dieser humorvollen Untersuchung. Man kommentiert die Erinnerungsfilmchen und nostalgischen Amateuraufnahmen so, als ob sie aus den Wehrmachtszeiten stammten. Und siehe da, so die These von maschek, die Statements passen, so als habe sich nichts verändert. [Barbara Könches]

 
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