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16. Sven Harguth, Du und ich, wir könnten einander gehören, 2001
Dass die Liebe ein unergründliches Geheimnis unserer Existenz darstellt, klingt banal, dass deren bildreiche Darstellung ein unerschöpfliches Reservoir für immer neue Zeichencodierungen bereitstellt, erstaunt dagegen weit mehr. Waren es in früheren Zeiten die umschlugenen Herzen und blumenreichen Schilderungen der Poeten, so sind es heute die Titelmelodien großer Liebesfilme wie Casablanca, die unmißverständlich auf das Sujet verweisen. Sven Harguth entwickelt aus den kleinen Gesten einen kurzen Film über das Anrührende, über die Liebe. [Barbara Könches]

   
  17. Volker Hildebrandt, Madonna, 2002
Längst sind die Superstars in den Olymp der Heiligen und heiligen Gestalten aufgerückt. Während es im Mittelalter notwendig war, die christliche Ikonografie zu kennen, um die Bilder und Texte zu verstehen, so sind es heute die Popikonen, die der Welt ihren Stempel aufdrücken. Sie nicht zu kennen, bedeutet die Zeichen nicht zu verstehen, die Anspielung zu übersehen, den Diskurs nicht verfolgen zu können. Daher ist es unvermeidlich die Codierung des einzelnen ebenso wie die Selbstdarstellung der Branche genau zu betrachten. Volker Hildebrandt begibt sich in seinem Beitrag über Madonna auf den Weg, eine der wandlungsfähigsten und zugleich konstantesten Größen der Musikwelt nachzuspüren. [Barbara Könches]

   
  18. Nabila Irshaid, Travel Agency, 2001
Vermeintlicherweise geht man davon aus, dass Bilder im Gegensatz zur Sprache weit weniger normiert wären. In der Schule untersucht man die Werbetexte, selten aber die Werbebilder. Nabila Irshaid entlarvt das standardisierte Bild der Tourismusindustrie, die nach dem ewig gleichen Schema den Strand als Wonne des Südens und die Berge als das Herz des Nordens vermarktet. Irritation kommt dann auf, wenn die Schablone auf Gebiete angesetzt wird, die – wie am Beispiel Palästina ersichtlich – dem paradiesischen Versprechen offensichtlich zuwider laufen. [Barbara Könches]

   
  19. Michael Janoschek / Rüdiger Schlömer, Actionist Respoke, 2001
Zu dem Lied Actionist Respoke der deutschen Elektromusiker Mouse on Mars schufen Michael Janoschek und Rüdiger Schlömer ein Soundinterface. In einer Mischung aus Soundmaschine und Computerspiel regen sie dazu an, einen eigenen Actionist Respoke zu schaffen. Um die Beatmaschine in Gang zu setzen, muss der Benutzer auf einem Interface einen der virtuellen Fleischklopse einfangen und durch eine Angel in Kästchenform aktivieren. Die Position der gezähmten Fleischteile ergibt die Reihenfolge der Musikfragmente. Ständige Interaktion ist Voraussetzung für die Spieldauer des Soundbiotops. [Carmen Beckenbach]

   
  20. Bernhard Kayser, 60 years of propaganda, 2002
Kommentarlos stellt Bernhard Kayser die berühmten Filmaufnahmen der Olympiade 1936 von Leni Riefenstahl einem „Commercial", einem Werbeclip, gegenüber. Die Übereinstimmungen zwischen den stilisierten Inszenierungen werfen Fragen auf. Welche ethischen Kompetenzen unterstellen wir den Bildern? Unterliegt die jeweilige ästhetische Beurteilung der moralischen Differenzierung? [Barbara Könches]

 
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