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11.
Johanna Domke, REAL PLAYER, 2001
Alles scheint so normal und irritiert doch. Johanna Domke erzeugt mit Hilfe
einer minimalen Bildmanipulation ein irrationales Gefüge, in dem die
Raumachsen schräg stehen.[Barbara Könches]
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12.
Jesse Drew, Manifestoon, 1995
Wieder sind es die Massenmedien selbst, die das Ausgangsmaterial bilden,
um über bilder*codes# nachzudenken. Jesse Drew nähert sich der
kindlichen, naiven Welt der Disneyfilme, in der analytischen Absicht die
uneingestandenen Paradigmen aufzudecken. Mickey Mouse und seine Freunde
befinden sich weit ab des Garten Edens, denn in Wirklichkeit basiert ihr
Leben auf den Grundlagen des American way of life" und Dagobert
Duck ist nur der leicht übertrieben dargestellte Protagonist dieser
Lebensphilosophie. Folglich war es Drew ein Leichtes auch in den Disney
Filmen Szenen zu finden, die das Elend des Proletariats abbilden. Subversiv
wird das Tape jedoch erst dadurch, dass Drew Marx´ Kommunistische
Manifest vorlesen läßt und den heiteren Szenen Disney´scher
Weltverklärtheit zur Seite stellt. So wird aus dem Manifest ein Manifestoon,
aus dem sozialen Elend ein leicht verdaulicher Appetizer", der
dem Enten-Kapitalismus nicht wirklich gefährlich werden kann. [Barbara
Könches]
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13.
Gunda Förster, BLACK OUT WHITE, 2002
Auf vier Wänden projiziert Gunda Förster Dias, die ursprünglich
vom Fernsehen abfotografiert wurden. Das Besondere dieser Installation besteht
in ihrer Selbststeuerung: Je heller das jeweils projizierte Dia ist, umso
kürzer ist es sichtbar. So entsteht ein Kreislauf von aufflackernden
Hell- und Dunkeltönen im Raum, welcher durch die Geräusche der
Diaprojektoren untermalt wird. [Barbara Könches]
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14.
Davide Grassi / Darij Kreuh, BRAINSCORE incorporal communication,
2000
Ob Fake" oder Fakt, irgendwo scheint es einen kleinen Schalter
im Gehirn zu geben, der das eine vom anderen trennt, der es uns ermöglicht
Wirklichkeit und Phantasie zu trennen. Aber wie sieht dieser Schiedsstelle
aus? Woran erkennen wir das Wahre? Ist es die Machart der Bilder, gibt es
eine Sprache des Wahren und des Falschen?
Grassi und Kreuh machen uns mit ihrem Beitrag deutlich, dass wir an gewisse
Normen der Erzählung gewöhnt sind, die uns suggerieren etwas sei
real oder eben nicht. Andererseits garantiert diese Erzählweise aber
keinesfalls den Wahrheitswert, vielmehr verschleiert sie das Falsche, macht
sich unsere Gutgläubigkeit zu Nutze. Wenn Grassi und Kreuh in ihrer
seriös wirkenden Dokumentation eine neurophysiologische Entwicklung
vorführen, die es ermöglichen soll, per Gehirnströme eine
virtuelle Umgebung zu steuern, so verlangt es dem Betrachter viel Aufmerksamkeit
und vielleicht Wissen ab, die Fehlinformation zu enttarnen [Barbara Könches]
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15.
Pia Greschner, Blue Hour 1-3, 1997
Spätestens seit der Romantik
gilt die Farbe Blau als uneingelöstes Versprechen. Die Farbe wird gelesen
als Codierung eines Gemütszustandes, der zwischen hoffen und bangen,
zwischen nah und fern ein Gefühl des spannungsreichen Ungewissen vermittelt.
So wie der anbrechende Morgen die Fülle und Freude eines Tages bedeuten
kann, ebenso aber auch dessen Tristesse und Vergeblichkeit in sich trägt.
Daher heißt diese Zeit im Niemandsland Blaue Stunde". Pia
Greschner gelingt es in ihrem gleichnamigen Band diese emotionale Spannung
zu visualisieren, Beziehungen und Vorgänge anzudeuten ohne ihrem Verlauf
vorauszugreifen. Es sind drei vage angeschnittene Episoden, die sie in nur
jeweils einer Minute erzählt, deren Ende offen dem Betrachter in Erinnerung
bleiben. Ist es die ganz in blau gehüllte Szenerie, die uns ergreift
oder ist es das Fehlen eines eindeutigen Codes, der Anlaß zum Sinnieren
gibt? [Barbara Könches]
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