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46. Petra Vargova, DOA2 (Dead or Alive 2), 2001
Nachdem 2001 Final Fantasy - The Spirit Within nach Vorlage des gleichnamigen Computer-Spiels in den Kinos anlief, betonte die Presse vor allem die gekonnte Wirklichkeitssimulation der digitalen Bilder. Besondere Aufmerksamkeit wurde dabei dem humanoiden „Borderline"-Wesen Dr. Aki Ross geschenkt. Im Gegensatz zu Filmen wie Monster AG und Toy Story strebten die Macher von Final Fantasy bewusst nach einem Wirklichkeitsanspruch – nicht fiktiv angelegte Monster oder Spielfiguren waren Protagonisten, sondern möglichst echt wirkende, errechnete Menschen. Bei DOA2 von Petra Vargova wird dieses Streben nach Perfektion in der digital erzeugten Computer-Welt auf den Kopf gestellt. Die Künstlerin agiert als eigenständiger „Avatar" in einem der bekanntesten elektronischen Kampfsportspiele Dead or Alive 2 und kämpft in einer virtuellen Welt gegen heimtückische Superhelden und asiatische Schönheiten. Level für Level gelingt es ihr, die digitalen Gegner zu besiegen, bis es am Schluss doch heißt: „Game over!"
[Carmen Beckenbach]

   
  47. Anastasia Vinokourova / Elena Kousminyh, Bilderjunkies, 2002
Jedes Motiv der Welt scheint schon einmal fotografiert worden zu sein, dies gilt insbesondere bei beliebten Touristenorten wie dem Alexanderplatz in Berlin. Fotografen, die sich gerade an diesem Ort befanden, werden in Bilderjunkies nach ihren Auswahlkriterien für ihr Motiv befragt. Dabei zeigt sich, dass besonders das „unverfälschte" Bild gesucht wird. [Carmen Beckenbach]
   
  48. Liu Wei, Underneath, 2001
Sterile, glatte, perfekte Architektur, ordentliche Straßen und domestizierte Grünflächen. Diese wohlvertrauten Bilder der Zivilisation werden in dem Video Underneath mit Bildern von Menschen kontrastiert, die im Müll graben. Dabei gehen diese beiden extrem gegensätzlichen Lebensräume eine bildnerische Symbiose ein. [Carmen Beckenbach]
   
  49. Tim Wolf, rock in the video age, 2002
Tim Wolf gelingt es, in seinem Video rock in the video age die Augen „hören" zu lassen. Die Ambient-House Musik des Berliner Produzenten Jan Jelinek unterlegt er mit einem abstrakten Spiel von „rauschenden" Balken. Tritt eine Veränderung innerhalb der Musik ein, kommt es zu einem Wechsel der Farben. Durch die Synthese mit der Musik entstehen Klangbilder, deren Ursprung nicht mehr zu erkennen sind. [Carmen Beckenbach]

   
  50. Sabine Zimmermann, >>/über zeichen sprechen, 2001
Die Gemeinschaftsarbeit >>/über zeichen sprechen wurde von Sabine Zimmermann 1999 ins Leben gerufen. An dem Projekt sind Künstler und Gestalter beteiligt, die ein sich stetig im wachsen befindendes Archiv von Zeichen schaffen. Eine interaktive CD-ROM versammelt ein Sammelsurium mit unendlich vielen Piktogrammen und deren Animation. „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte." Piktogramme regeln unseren Alltag, sei es nun das laufende Männchen mit grün unterlegter Farbe oder ein Totenkopf, der auf Gift hinweist. In einen neuen Zusammenhang gestellt, wechseln diese Anhaltspunkte ihren Sinngehalt. Der Kontext entscheidet über die Bedeutung der Zeichen. [Carmen Beckenbach]

 
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