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1. Ke Ai, GRUPPENBILD, 2002
Der Clou dieses Tapes besteht in der Paradoxie der Verhältnisse. Wir sind es gewohnt, dass die menschlichen Protagonisten in einem Video agieren, denn dies ist das ureigenste Anliegen des bewegten Bildes. Nicht so bei Ke Ai. Hier verharren zwei junge Männer wie in Eis erstarrt, das Filmbild wird zum Filmstill. Allein das unmerkliche Zucken von Augen oder Armen deutet die Anstrengung dieser ungewöhnlichen Haltung an und schärft die Aufmerksamkeit des Betrachters für den vermeintlichen Stillstand der Zeit. [Barbara Könches]

   
  2. J. Tobias Anderson, 879 colour, 2002
Ein Animationsfilm, der im Stil eines Hitchcock-Thrillers – in der Hauptrolle eine Trickfilmfigur á la Gary Grant – die inzwischen Klischee gewordenen Bilder neu in Szene setzt. bilder*codes# werden hier als chronologische Überlagerung von älteren Sehweisen und neuen technischen Möglichkeiten deutlich: Während man in einer bestimmten Erwartungshaltung den Thriller als realitätsnah und somit identitätsstiftend einstuft, unterläuft die gezeichnete Version genau diese, um damit umso krasser die Mechanismen des Genrefilms aufzudecken. Das Zusammentreffen dramatischer Musiksequenzen mit den geschmeidigen Linien der Filmzeichnung erwirken eine heitere, den Absichten des Thrillers zuwiderlaufende Stimmung. [Barbara Könches]


   
  3. Richard Ankrom, Guerilla Public Service, 2002
Diese Arbeit liefert die Dokumentation einer Performance, die mit Symbolen operiert. Ein Mann fertigt neue, unbekannte Autobahnschilder an, die er in einer Nacht- und Nebelaktion auf den amerikanischen Highways installiert.
Codes sind nicht zuletzt diejenigen Zeichen, die dank Konvention von allen beachtet und verstanden werden. Verkehrsschilder gehören im Gegensatz zu banalen Lauten wie „au" oder „iih" zu den komplexeren Zeichengebilden, deren Botschaft ausschließlich dem eingeweihten Benutzer zugänglich ist. Was passiert aber, wenn die endliche Anzahl der Zeichen durch neue, bislang nicht konventionalisierte erweitert wird? [Barbara Könches]

   
  4. Sabina Baumann, home 20, 2001
Wie bei einer Karussellfahrt erleben wir die Bilder der Stadt als eine dynamische Abfolge heller und dunkler Lichtpunkte auf der Retina. Auch das sind bilder*codes# – diskrete Lichtinformationen die dank physikalischer und mentaler Vorgänge im Gehirn in ein die Welt beschreibendes Bild umgesetzt werden. [Barbara Könches]
   
  5. Abdellatif Benfaidoul, -juxtaposition-, 2001
juxtaposition – Nebeneinanderstellung – so der vielsagende Titel eines Videos, das die nicht abreißende Folge von Gewaltdarstellungen in den Medien thematisiert. Auch hier geht es um uneingestandene bilder*codes# , darum, ob Bilder die Welt prägen oder die Welt als solche die Bilder bestimmt. [Barbara Könches]


 
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