: ZKM :: Tagesnews :: 22. 08. 2000
 
 

  

Der anagrammatische Körper :: Künstler des Tages

Florschütz Thomas [D] :: O.T. (Kreuz)-I [1991]

»Zumindest optisch aus der Ganzheit befreit, werden die Körperfragmente zu Vokabeln einer unbekannten Sprache«, schreibt die Kunsthistorikerin Margrit Brehm über die Arbeiten von Thomas Florschütz. Das Alphabet seiner Worte setzt sich im groben aus Armen, Beinen, Augen oder Nasen zusammen. Durch die mikroskopische Vergrößerung kleiner und kleinster Körperteile im Verbund mit deren Neukombination zu meist zwei- oder dreiteiligen Bildertafeln gelingt es dem 1957 in Zwickau geborenen Künstler eine Sprache zu erschaffen, deren Laute wir kennen, deren Bedeutung uns fremd bleibt. »Lesen sie mehr...

÷ »Sensations« revisited :: Mit der Ausstellung » Apocalypse - Beauty and Horror in Contemporary Art«, die am 23. September eröffnet werden soll, schließt die Royal Academy of Arts in London an ihre berühmte - oder auch berüchtigte - Ausstellung »Sensations - Young British Artists from the Saatchi Collection« von 1997 an. Dies zeigt nicht die zuletzt die Debatte, die sich in den letzten Tagen an der Ausstellung entzündet hat: Akademiemitglieder wie der englische Bildhauer James Butler sehen - wie die Londoner Times ihn gestern zitierte - die Aufgabe der Akademie in der Präsentation »von großer Kunst - Kunst die den Geist beflügelt«. Die Mitglieder seien außerdem von der RA nicht über den Inhalt der Ausstellung informiert worden, die eine kommerziell orientierte »Horror-Show« sei.
Kuratiert wurde »Apocalypse« von Norman Rosenthal [Royal Academy of Arts] , und Max Wigram [Künstler; Kurator - u.a. bei »Independent Art Space« und ICA, London]. Der größte Teil der bis zum 15. September ausgestellten Arbeiten wird erstmalig zu sehen sein. [u.a. von Jake & Dinos Chapman, Mariko Mori, Wolfgang Tillmans, Luc Tuymans sowie Chris Cunningham & Richard James.]

÷ Public digital spaces redefined :: In ihrem von telepolis veröffentlichten Artikel Amsterdam Public Digital Culture 2000 analysieren Geert Lovink und Patrice Riemens den Wandel öffentlicher digitaler Räume an der lange als modellhaft geltendenden Medienkultur Amsterdams. Die Autoren zeigen auf, wie sich Funktion und Profil von alternativen Organisationen und Netzinitiativen - z.B. der Digitalen Stadt Amsterdam - in den letzten Jahren durch Kommerzialiserung, Privatisierung, neue Userprofile und nicht zuletzt auch staatliche Förderungspolitik verändert haben.

 
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