ZKM Logo
top
shadow

±±
Intro
KünstlerInnen
Werke
Literatur

Öffnungszeiten
Führungen
Sponsoren
Presse

±±±
Aktuelles Forum
Neuer Eintrag
Alle Eintraege

±
Join Now
Login


   zurück...

Jane und Louise Wilson ::: 1967 : England

Titel:: STASI CITY
Art:: Video-, Audioinstallation
Jahr:: 1997

Die britischen Zwillingsschwestern Jane und Louise Wilson suchen stets den Weg zu den dunklen Seiten menschlicher Erfahrung. Vor allem der Einfluß von Architektur, der bedrohlich verdichtet auf das eigene Empfinden des Betrachters zurückgeworfen wird, avancierte zu einem elementaren Motiv ihrer Arbeiten. Fast drängt sich der Eindruck auf, als seien Jane und Louise Wilson dem Grauen auf der Spur.

Sie finden verlassene Räume, in denen eine düstere Vergangenheit wohnt und verleihen dieser durch den Blick durch die Kamera Präsenz. So erfährt das beklemmend anmutende Potential der verlassenen Stasi-Zentrale, dem Gebäude des Staatssicherheitsdienstes im Ostteil Berlins, in der Installation »Stasi City« eine Wiederbelebung. Die Kamera schwenkt über Sessel und Teppiche im tristen DDR-Design, fährt eilig über leere Aktenschränke und abgegriffene Vorhänge. Die Relikte lassen Verwendung und Zweck des verlassenen Orts erahnen und das bloße Betrachten der zurückgelassenen Utensilien verdichtet sich zu einer kommentarlosen Dokumentation der Funktion eines die Überwachung organisierenden Machtapparates. Die Absurdität des hier gezeigten wächst zu einem klaustrophobischen Unbehagen und läßt sie wie ein am Horizont drohendes Unwetter spürbar werden.

»Stasi City« ist eine Installation mit vier Projektionen, die - paarweise aufgeteilt - eine diagonale Gegenüberstellung erfahren. Dafür projizieren Jane und Louise Wilson zwei Videos auf aneinandergrenzende Wände in eine Raumecke und praktizieren dies ebenso in der dieser Gegenüberliegenden. Doch die in den Ecken aufeinander stoßenden Filmstücke ergänzen sich nicht zum stereoskopischen Blick, noch tun sie dem Betrachter den Gefallen, bloße Spiegelungen zu sein. Die Bilder drehen sich voneinander weg oder bewegen sich aufeinander zu, dann wieder stoppt die eine Seite und unterbricht das Kaleidoskop der Sequenzen.

Die Installationsarchitektur der Arbeit »Stasi City« greift in der irritierenden Anordnung der Projektionen und der angedeuteten Weite des Raumes den Charakter des Originaldrehorts auf. Die subtile Bedeutung der sich bedingenden Komponenten Macht und architektonische Inszenierung stellt die Distanz zum Betrachter her und läßt Reflektionen auf den physischen Raum als Ort der Erfahrung zu.

-> Text: Heike Borowski

Linkempfehlungen ::
· Portrait der Künstlerinnen
· MIT, List Visual Arts Center [Januar 2000]
· Special Report [by Tim Adams, 1999]
· Turner Prize [1999]
· »Stasi City« im Kunstverein Hannover [April bis Juni 1997]



Collection Pamela and Richard Kramlich;
courtesy Thea Westreich Art Advisory Services;
Foto: Thea Westreich Art Advisory Services


 
shadow
Base

Last update: Samstag, 1. März 2008 um 21:50:44 Uhr
Copyright 2014 ZKM

This site is using the Simply Paper 1.0 theme.