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Reinhard Mucha ::: 1950 : Deutschland

Titel:: Auto Reverse
Art:: Filmprojektion
Jahr:: 1994-95

In Reinhard Muchas Werk sind Geschichte und Autobiographie untrennbar miteinander verbunden. Das starke Bedürfnis nach Rehabilitation und Wiederaufbau nach 1945 verdrängte wichtige Aspekte der gemeinsamen Erinnerung und Geschichte. Wirtschaftlicher Wohlstand und die offensichtliche Wiederentdeckung einer schändlichen Vergangenheit überlagerten ein tiefes Gefühl der Entfremdung und des Verlustes sowohl des Vaters wie auch des Vaterlandes. In »Auto Reverse« setzt sich Mucha mit dieser Problematik auseinander.

Auf der einen Seite der Wand zeigt eine große, von hinten beleuchtete Schwarzweißfotografie Mucha als Kind mit seinem Roller. Neben dem monumentalen Schnappschuss wird ein sich endlos wiederholender Schwarzweißfilm mit Roman, dem Sohn des Künstlers, projiziert. In seinem Kindersitz neben dem Fahrrad seines Vaters, das an einer Eisenbahnbrücke lehnt, wiederholt das Kind permanent das Wort »Auto«.

Während Muchas statisches Kinderbild eine geordnete Welt vortäuscht, in der die Größe des Rollers der des Kindes entspricht, werden im Film die Schwäche und Verletzlichkeit durch den Größenunterschied zwischen Kind und Fahrrad suggeriert. Das Wort »Auto«, vom Kind mit Nachdruck wiederholt, enthält den Wunsch nach Bewegung, Geschwindigkeit und Stärke, der jedoch durch den abwesenden Vater nicht erfüllt werden kann.

Auf der anderen Seite der Installation lehnen Seite an Seite an einem Projektorständer zwei Roller, ähnlich dem auf der Fotografie. An einem der beiden Roller, der als der Muchas zu erkennen ist, ist ein roter Wimpel mit dem Wappen von Düsseldorf angebracht, der Stadt, in der Mucha geboren wurde und mit Joseph Beuys an der Kunstakademie studierte. An der Wand hinter dem Ständer hängen zwei Rondos aus Glas. Eines beinhaltet einen Spiegel, das andere eine Buchseite mit dem Bild eines industriellen Leitungssystems der Fabrik, in der sich heute Muchas Atelier befindet.

In der wiederholten Zurschaustellung seiner eigenen, verwundbaren Kindheit, stellt er die tiefe historische und psychologische Bedeutung des deutschen »Wirtschaftswunder« nach dem Kriege infrage.

-> Text: Thomas Zandegiacomo Del Bel

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·Hamburger Kunsthalle
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·Luhring Augustine Gallery



Collection Pamela and Richard Kramlich;
courtesy Thea Westreich Art Advisory Services
Foto: Thea Westreich Art Advisory Services


 
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Last update: Dienstag, 27. April 2004 um 16:03:56 Uhr
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