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Mariko Mori ::: 1967 : Japan
Titel:: Miko no inori
Art:: Video-, Audioinstallation
Jahr:: 1996
In ihren Photographien, Video- und 3D-Arbeiten entwirft die japanische
Künstlerin Mariko Mori [*1967, Tokyo] phantasivolle, esoterisch-optimistische
Zukunftsvisionen aus Versatzstücken der Popkultur, technoiden Szenarien und des Buddhismus.
Dabei vermischen sich Elemente japanischer Kulturtradition, Konvention und des zeitgenössischen Japan mit westlichen Einflüssen zu einer
cyber-surrealistischen Bilderwelt der Oberflächenspiegelungen.
Mori präsentiert stets sich selbst als wandelbares, artifizielles Geschöpf zukünftiger Welten in den unterschiedlichsten Umgebungen - von Megacities bis hin zur theatralischen Kulisse beeindruckender Landschaften - , die vor allem in den früheren Arbeiten als reale Szenerien zu erkennen sind und seit Mitte der 90er Jahre verstärkt zu Szenarien geworden sind, die fragmentierte Abbilder dieser Orte durch digitale Bearbeitung verschmelzen und atmosphärisch verdichten.
In dem Videoband »Miko no Inori [Gebet eines Schamanenmädchen]« sieht man Mori im Inneren des von Renzo Piano entworfenen Kansai-Flughafens in Osaka. Bekleidet mit einem futuristisch anmutenden silberfarbenen Ganzkörperanzug mit flügelähnlichen Gebilden gekleidet und mit weiß-silbernem Haar bewegt sie langsam eine Kristallkugel in ihren Händen. Ihr Gesichtsausdruck ist maskenhaft, neutral, und ihre Augen sind silberne Spiegelflächen. Verstärkt wird der trancehafte Eindruck der gleichmäßig und ruhig verlaufenden Bilder durch den begleitenten Ambient-Sound: ein meditativer, einfacher Gesang [»Kotoba wa Tokete« etwa »schmelzende oder weiche, zarte Sprache«], der die Raumwirkung der auf einem Monitor präsentierten Arbeit erweitert und die Bilder,
auch den konkreten Ort, an dem sie aufgenommen wurden seiner Gegenwärtigkeit und Eindeutigkeit enthebt. Es entsteht der Eindruck von Zeitlosigkeit.
Die von Mori entworfene Persona, die Kreation wechselnder »Images« und atmosphärischer Szenarien, die auf Ästhetik und Inszenierungsstrategien von u.a. Comic, Mode und auch Videoclip verweisen, sind gänzlich entpersonalisiert.
Gerade durch die scheinbaren Eindeutigkeit der Mechanismen und die klaren Bezugskontexte einzelner Komponenten erschienen die von ihr entworfenen Bildwelten als »visuellen Materialisierung« eines zeitlosen, nicht zielgerichteten Raumes.
-> Text: Yan Stanton
Linkempfehlungen ::
· Interview von Kunié Sugiura
[in: Journal of Contemporaty Art, 1998]
· Esoteric Cosmos
[Einzelausstellung; Kunstmuseum Wolfsburg, 1999]
· Mariko Mori
[Einzelausstellung; Museum of Contemporary Art Chicago, 1998|99]

Collection Pamela and Richard Kramlich; courtesy Thea Westreich Art Advisory Services
Foto: Thea Westreich Art Advisory Services
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