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Dara Birnbaum ::: 1946 : USA

Titel:: Tiananmen Square »Break-In Transmission«
Art:: Video-, Audioinstallation
Jahr:: 1990/99

Seit Ende der 70er Jahre beschäftigt sich die New Yorker Videokünstlerin
Dara Birnbaum mit dem Medium Fernsehen. Dabei hinterfragt sie
die äußeren Bildwelten, die Ausdrucksformen und die manipulative Wirkung dieses Massenmediums. Nach ihrem Studium der Architektur und Stadtplanung in den 60er Jahren, studiert sie Malerei am San Francisco Art Institute und schließt 1976 eine Ausbildung in Video/Electronic Editing an der New School for Social Research in New York ab. Ihr Hauptaugenmerk legt die Medien-Künstler auf die Darstellung der Frau, wie bereits die frühe Videoarbeit »Wonder Woman« [1978], in der sie Szenen der gleichnamigen TV-Serie neu arrangiert, zeigt. Seit 1987 interessiert sich Birnbaum überdies für Protestmärsche und Jugenddemonstrationen, die zwar gefilmt aber nie veröffentlicht wurden.

Birnbaums Interesse für Politik und Medien resultiert aus ihren Erfahrungen, die sie in den 60er Jahren an der University of California in Berkley sammelt. Die Demonstrationen für die Menschenrechte und gegen den Vietnamkrieg in den USA prägen in dieser Zeit ihr Werk nachhaltig und veranlasst sie, die Wirkung des Massenmediums Fernsehen bezüglich seiner Rolle als massenkommunikatives Machtinstrument genauer zu untersuchen. Ihre Installationen verbinden soziale und politische Fragen mit fiktiven Erzählungen. In »Tiananmen Square: Break-In Transmission« konzentriert sich Dara Birnbaum auf spannungsgeladene politische Aktionen auf der Straße. Vier kleine LCD-Monitore, ein großer Monitor, fünf Videorecorder und verschiedene Lautsprecher sind, an Stahlrohren befestigt, in einer räumlichen Rasterstruktur angeordnet. Ein skulpturales Netzwerk aus Metallrohren, das von der Decke herabhängt.

Wie der Titel der Installation vermuten lässt, verweist dieses Netzwerk auf die penetrante Welt des Fernsehens. Im Gegensatz zu den früheren Installationen von Dara Birnbaum kann hier der Betrachter die Videobilder nur durch ein nahes Herantreten genau erkennen. Auf diese Weise fokussiert sie den Blick des Zuschauers auf die Aufnahmen, die von Studenten gemacht wurden. Zum einen hört der Besucher eine Sängerin, die studentische Lieder singt und zum anderen sieht er, wie Studenten versuchen, mit der Außenwelt via Fax zu kommunizieren. Auf diese Weise wird in »Tiananmen Square: Break-In Transmission« besonders deutlich, wie China die Redefreiheit zu unterdrücken versucht.

Auf dem großen Monitor wird aufgezeichnetes Videomaterial in einer zufälligen Reihenfolge eingespielt, sodass sich der Besucher aus der sich ständig wechselnden Bildabfolge ein eigenes Bild von der Wahrheit des Fernsehens machen kann. »Tiananmen Square: Break-In Transmission« führt sehr schön vor Augen wie die Medien, im Falle der Demonstrationen in Beijing, die Utopie einer universellen Freiheit aufbauen oder zerstören können.

-> Text: Thomas Zandegiacomo Del Bel

Linkempfehlungen ::
· Text: Das Werk Dara Birnbaums [by Dot Tuer]
· Hans-Ulrich Obrist im Gespräch mit Dara Birnbaum
· Kurz-Werkbeschreibungen
· Blitzreview [Dara Birnbaum in der Kunsthalle Wien, November 1995]
· Portrait der Künstlerin [in italienischer Sprache]
· Abbildung: Transmission Tower [1992]



Collection Pamela and Richard Kramlich;
courtesy Thea Westreich Art Advisory Services;
artist's proof, die Arbeit wurde speziell für das ZKM neu gestaltet,
courtesy Dara Birnbaum
Foto: Thea Westreich Art Advisory Services


 
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Last update: Dienstag, 27. April 2004 um 15:56:31 Uhr
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