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Steve McQueen ::: 1969 : England

Titel:: Deadpan
Art:: Videoinstallation
Jahr:: 1997

Häufig verzichtet der britische Künstler Steve McQueen in seinen Filmen sowohl auf Farbe als auch auf Ton. Seine Arbeiten kommen ohne Sprache, ohne farbliche Akzentuierung und ohne Musik aus. Sie leben von Erzählstruktur, Bildrhythmus und -tempo, vom Blickwinkel und vor allem von der Stille. Der Künstler nutzt die Suggestivkraft des Schweigens und der Farblosigkeit, um den Menschen beim Betrachten seiner Werke seines Selbst, seines eigenen Atmens bewußt werden zu lassen. Er möchte ihn in eine Situation bringen, in der er aufmerksam wird, nicht nur auf das Werk sondern auch auf seine eigene Person.

Mit dem Nicht-Gebrauch von Farbe und Ton nutzt der Brite die klassischen erzähltechnischen Mittel des Films. Er arbeitet mit harten Hell/ Dunkel- beziehungsweise Licht- und Schattenkontrasten und ungewöhnlichen Blickwinkeln und Perspektiven, wodurch seinen Filmen eine gewisse Ästhetik der 20er Jahre anhaftet. Dennoch setzt er diese Mittel keinesfalls als historisierende Strategie oder als Rückgriff auf die Ursprünge des bewegten Bildes ein. Sein Umgang mit ihnen ist unkonventionell, womit er eine Art Umkehrung ihrer traditionellen Funktionsweise erzielt.

So irritieren die ungewohnte Geräuschlosigkeit und das Fehlen erläuterndens oder untermalenden Tons in den Arbeiten McQueens' eher als daß sie beruhigen. Sie irritieren, weil sie sensibilisieren und den Betrachter den Prozess der eigenen Wahrnehmung bewußt werden lassen. Und sie irritieren, weil dem Betrachter die Möglichkeit verwehrt wird, sich in die gewohnte, sichere Position des unbeteiligt vorübergehenden Rezipienten zurückzuziehen. McQueens Filme sind eindringlich, trotz, oder vielleicht gerade wegen des reduzierten Einsatzes der erzählerischen Mittel auf ein Minimum. Sie berühren, weil sie von den menschlichen Befindlichkeiten und Empflindlichkeiten erzählen, von Gewalt, Angst, Zärtlichkeit und Sexualität. Und weil dem Betrachter trotzdem immer ein Stück Poesie bleibt.

-> Text: Heike Borowski

Linkempfehlungen ::
· Im Rinnstein der Geschichte [Christina Wendenburg (Berliner Morgenpost )
  über die Ausstellung in der daad Galerie, Januar 2000]
· Geschichten des Augenblicks [Ausstellung über Narration und Langsamkeit
  im Lenbachhaus in München April bis Juni 1999]
· Portikus, Frankfurt [Birgit Kölle über die erste Einzelausstellung
  Steve McQueens in Deutschland 1997]
· Blitzreview [Jan Winkelmann über die Ausstellung im »Portikus« 1997]
· Einzelausstellung [Felicity Sparrow über die Ausstellung im ICA 1999]
· Deadpan [McQueens Installation im Museum of Modern Art 1998]



Collection Pamela and Richard Kramlich;
courtesy Thea Westreich Art Advisory Services;
Foto: Thea Westreich Art Advisory Services


 
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Last update: Dienstag, 28. Juni 2005 um 21:03:19 Uhr
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